Europäische Akademie für bio-psycho-soziale Gesundheit / Fritz Perls Institut

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Waldtherapie – Forest Medicine und Gesundheitsberatung im Integrativen Verfahren ®

Im Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Naturtherapie, Waldtherapie/Waldmedizin und Green Care, DGN e.V.

Waldtherapie ist eine forschungsbasierte Methode im Rahmen der neuen Naturtherapien, die darauf abzielt, das Lebens- und Ökosystem Wald angeleitet und begleitet durch fachlich geschulte ExpertInnen (WaldtherapeutInnen, Wald-GesundheitsberaterInnen) als gesundheitsfördernden und heilsamen Erfahrungsraum zu nutzen. Die vielfältigen, salutogenen Einflussmöglichkeiten, die der Wald und das Walderleben für den Menschen als Ganzen in seinen körperlichen, emotionalen, kognitiven und sozialen Dimensionen bietet, sollen die Gesundheit kräftigen, aber auch bei der Heilbehandlung von psychischen und psychosomatischen Störungen zum Einsatz kommen, z. B als eine wichtige ökopsychosomatische Komponente im Kontext komplexer Therapieprogramme mit multimodalen Bündeln von therapeutischen Maßnahmen. Der Wald als hochdifferenziertes Ökosystem bedarf selbst des achtsamen, ökophilen Umgangs, für den Waldtherapie sensibilisiert, indem sie in ihrer Praxis Sorgfalt der Natur gegenüber (caring for nature, eco-care) mit der Achtsamkeit für das Lebendige, für andere Lebewesen (caring for life, caring for people) und mit achtsamer Selbstsorge (self caring) verbindet.

Einsatzmöglichkeiten

Waldtherapie als Naturtherapie kann in verschiedenen Arbeitsfeldern und Berufen, wie Kinder- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Lebenshilfe, in Psychotherapie (hier nur mit Approbation oder HPG-Erlaubnis), Rehabilitation mit Suchtkranken usw. in Therapieeinrichtungen oder freier Praxis eingesetzt werden. Waldtherapie bietet damit eine wirksame Ergänzung oder Alternative zu den herkömmlichen Strategien verbaler Therapieformen. Es werden dabei körperliche Aktivitäten und die aktive Anleitung zur Förderung multisensorischer Erlebnisse durch aus- bzw. weitergebildete Fachkräfte eingesetzt, um die mannigfaltigen positiven Wirkungen des Waldes therapeutisch zu nutzen.

Wirkungsweisen und Effekte

Der Mensch ist ein „multisensorisches Wesen“ (mit allen Sinnen spürend). Fehlen ihm dauerhaft die Möglichkeiten dazu, wird seine Gesundheit beeinträchtigt und es können sich Störungen und Krankheiten einstellen. Der Wald bietet hier ein großes heilendes und gesundheitsförderndes Potential durch ideale Möglichkeiten der Beruhigung und der Stimulierung aller Sinne, denn Menschen brauchen sowohl Anregung als auch Entspannung. Der Wald stellt beides in optimaler Weise bereit. Übungen aus der Green Meditation und dem Achtsamkeitstraining können spirituelle Erfahrungen vermitteln und Menschen helfen, wieder in Kontakt mit sich und der Natur zu kommen, denn auch die Entfremdung von der Natur und der Verlust eines universellen Zusammengehörigkeitsgefühls kann Menschen belasten oder auch krank machen. Man hat von einem „Nature Defizit Syndrom“ gesprochen.

Die direkte Waldlage unserer Akademie im „Naturpark Bergisches Land“ gewährleistet eine praxisnahe Umsetzung.

pdf_small Hier erhalten Sie den Flyer zum Download.

Fotogalerie Waldtherapie EAG Ausbildungsgruppe 2016

Zielgruppe:ÄrztInnen, FörsterInnen, ErgotherapeutInnen, ErzieherInnen, AltenpflegerInnen, „grüne“ Berufsgruppen, PsychotherapeutInnen aller Verfahren, PädagogInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen, PhysiotherapeutInnen, KrankenpflegerInnen, HeilpraktikerInnen, PfarrerInnen, Seelsorger, weitere Interessierte auf Anfrage
Form:8 x 3 Tage
Gebühr:2.160,- € (270,- € pro Seminar zahlbar) plus ÜVP
(zuzgl. 200,- € bei Kolloquium)
Leitung:Hilarion Petzold, Doris Ostermann, Tom Ullrich, Christine Wosnitza
Ort:Hückeswagen
Abschlüsse:Bescheinigung bei Teilnahme an allen Seminaren oder
Zertifikat für Wald- und NaturtherapeutIn im Integrativen Verfahren: bei Teilnahme an allen Seminaren, Schriftliche Abschlussarbeit (15 Seiten) und Kolloquium
Zulassung:abgeschlossene Berufsausbildung/Studium, Mindestalter 25 Jahre
Beginn:26.-28.05.2017

Termine: Ausgebucht, Warteliste, neue Termine in Kürze

Seminar:Termin:Leitung:
Den Wald mit allen Sinnen erfahren – Wald als kreatives
Medium I – (Licht, Duft, Farben, Klänge, Aromen) biologisches Waldwissen l
26.-28.05.2017Brigitte Leeser, Tom Ullrich
Das Integrative Verfahren als theoretische Grundlage in der Waldtherapie 30.06.-02.07.2017Brigitte Leeser, Hilarion Petzold
Komplexe Achtsamkeit im Wald - Green Meditation, heilsame Symbolik14.-16.09.2017Brigitte Leeser
Den Wald mit allen Sinnen erfahren – Wald als kreatives Medium II
(Licht, Duft, Farben, Klänge, Aromen) biologisches Waldwissen ll
24.-26.11.2017Brigitte Leeser, Tom Ullrich
Methoden der Gesundheitsberatung I05.-07.01.2018Brigitte Leeser, Doris Ostermann
Psychopathologie – Gesundheit, Krankheit, Verhaltensauffälligkeiten, Störungen09.-11.03.2018Marcus Galas
Methoden der Gesundheitsberatung II04.-06.05.2018Brigitte Leeser, Doris Ostermann
Abschluss-Supervision für WaldtherapeutInnen 01.-03.06.2018Brigitte Leeser, Ilse Orth

Zusatzqualifikation „Forest Medicine“
1. Seminar: Forest Medicine 1 (Termine und Info in Kürze)
2. Seminar: Forest Medicine 2
Leitung: Dr. med. Ralf Hömberg, Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie

Anmeldung:

Wenn Sie sich für eine Kompaktweiterbildung interessieren, erfolgt eine Anmeldung über folgenden Weg:

Persönliche Kontaktaufnahme mit dem Institut (ggfls. freie Plätze).
bei Bedarf Beratungsgespräch (keine Voraussetzung, 02192-858- 16 oder 17).
Füllen Sie das Anmeldeformular aus und faxen oder senden Sie uns dies zu.
Sie sind angemeldet und erhalten alle weiteren Informationen ca. 4 Wochen vor Beginn der Veranstaltung.

pdf_small Anmeldeformular

Die Reihenfolge der Seminare kann sich jahreszeitlich bedingt verändern.

1. Seminar:
Den Wald mit allen Sinnen erfahren – Wald als kreatives Medium I – (Licht, Duft, Farben, Klänge, Aromen) biologisches Waldwissen l
Der Duft des Waldes! Es duftet nach Tannennadeln, Erde und Pilzen, Moos, welkem Laub. Die Farben des Waldes! Die unzähligen Schattierungen von Grün- und Brauntönen im Jahreszeitenlauf. Das Licht des Waldes! Mancherorts fallen Sonnenstrahlen als Lichterspiel durch das Blätterdach oder auf die Lichtung – manchmal ist es auch finster wie im Märchenwald. Aus dem beruhigenden Dunkel dichter Tannen plötzlich auf eine stille Lichtung zu treten ist oft körperlich spürbar: aufatmen, recken, lächeln etc. Der Boden des Waldes! Er fühlt sich oftmals weich und moosig an und gibt unter den Schritten sanft nach, aber es sind da auch harte, knorrige Wurzeln. Durch raschelnde Blätter laufen, birgt nicht nur für Kinder ein sinnliches Vergnügen. Die Geräusche und Klänge des Waldes! Äste knarren im Wind, Zweige und Blätter rascheln, Vögel singen, ein Specht klopft, der Wind rauscht durch die Baumkronen. Der Geschmack des Waldes! Im Frühling sprießen die frischen Kräuter. Im Sommer sind die Beeren des Waldes reif, im Herbst sind Pilze, Haselnüsse, Bucheckern zu finden. Der Wald bietet „multisensorische Erfahrungen“ für das „totale Sinnesorgan des Leibes“.
Methodik: Das Seminar vermittelt Konzepte der multisensorischen Erlebnisaktivierung und der Beziehungsgestaltung in Beratungs-/Begleitungsbeziehungen.

2. Seminar:
Den Wald mit allen Sinnen erfahren – Wald als kreatives Medium II – (Licht, Duft, Farben, Klänge, Aromen) biologisches Waldwissen ll

Dieses Seminar bildet die jahreszeitliche Fortsetzung des 1. Seminars, wobei auf die Biologie und Ökologie des Waldes in besonderer Weise eingegangen wird. Waldtherapie als eine Form des „Green Care“ nutzt nicht nur den Wald als „Ort der Gesundheit“, sondern vermittelt auch ökologiepädagogisch Themen über die globale und lokalspezifische Situation der Ökologie, um zu einem „ökologiebewussten Leben“ anzuleiten, dass die „Selbstwirksamkeit“ stärkt. Die Arbeit mit kreativen Medien und Prinzipien der Gruppenleitung und -begleitung werden vermittelt und Basistechniken integrativer Beratung werden eingeübt.
Methodik: Komplexe Achtsamkeit, Dialog mit der Natur, intermediale Gestaltung

3. Seminar
Das Integrative Verfahren als theoretische Grundlage in der Waldtherapie und den neuen Naturtherapien.
Integration ist ein Kernthema des menschlichen Lebens – ein vernachlässigtes! Integrative Therapie hat sich diesem Thema in besonderer Weise zugewandt. Die Natur – Wald, Tiere, Garten, Landschaft,– dient der Therapie, der Gesundheitsförderung und Persönlichkeitsentwicklung neben anderen therapeutischen Wegen und Medien. Naturerfahrungen vermitteln Menschen intensive Leiberfahrungen, ein positives „ökopsychosomatisches Erleben“. Erfrischende Kühle des Waldes, die Stille der Landschaft stehen gegen Überstressung und Überhitzung, Ruhe in der Natur fördert Seelenruhe. Die Fülle der Natur macht reich. Aktives Naturerleben fördert Gemeinschaft und Verbundenheit. Die Natur fördert das Nachdenken (Kognitionen), erschließt Gefühlsregungen (Emotionen). Sie ermuntert, ihre Geheimnisse zu entdecken, bekräftigt den Willen (Volitionen), sie zu durchstreifen, zu durchwandern. In der Natur verbindet sich das Innere und das Äussere, das Vertraute und das Neue. Das Seminar führt an solche Erfahrungen heran vor dem Hintergrund des integrativen Menschenbildes und der integrativen Theorie des Lernens.
In diesem Seminar werden die Grundlagen der Integrativen Therapie vermittelt: Menschenbild, Erkenntnistheorie, Leibtheorie; Naturverständnis, Green Care Philosophie werden vorgestellt als Basis therapeutischer Praxis.
Methodik: Vorlesung, Gruppendiskussion, Theorie-Praxis-Experimente

4. Seminar:
Komplexe Achtsamkeit im Wald – Green Meditation, heilsame Symbolik
Die heilende Symbolkraft des Waldes, seiner Bäume, Pflanzen, Tiere, Quellen sind Gegenstand dieses Seminars. Es führt hin zu den „Eigenschaften und Eigenheiten“ der Bäume, Sträucher, der Pflanzen und Tiere des Waldes. Ihre Beschaffenheit und auch ihre kulturelle Bedeutung gilt es zu verstehen. Die Germanen glaubten beispielsweise, dass Linden die Wohnstätten guter Geister seien. Was sagt uns das heute? Von der Apostellinde bis zur „deutschen“ Eiche haben die Bäume spezifische kulturelle Bedeutungen und sind vielfach noch sinntragend bis in die Gegenwart. Dieses Seminar befasst sich mit den unterschiedlichen „Gegenständen des Waldes“, Baumarten, Felsen, Quellgründen und ihrem möglichen therapeutischen Bedeutungswert als nutzbares projektives Material, (kräftig, stabil, mächtig, luftig leicht, glatt und hochgewachsen, rauh und spitz). Welche Art von Waldlandschaft / Baum (Linden, Eichen, Birken, Tannen, Fichten, Buchen, etc) liegt mir? Wem fühle ich mich zugehörig, was ist mein Lieblings-Baum, mein Schutzsymbol etc.? Die Methodik des Umgangs mit Symbolisierungen und ihr Nutzen für Prozesse der Selbstgestaltung wird vermittelt und erprobt.
Methodik: Texte schreiben, Narrative Praxis, dichte Beschreibungen, Achtsamkeitsübungen.

5. Seminar: Methoden der Gesundheitsberatung I
Waldtherapeutische Angebote sind immer im Kontext einer spezifischen Gesundheitsförderung zu sehen. Es werden die konzeptionellen Grundlagen von Gesundheit vorgestellt. Im Mittelpunkt steht hier das biopsychosoziale Modell, das Salutogenesekonzept sowie das Gesundheits- und Krankheitsverständnis im Integrativen Ansatz. Die Förderung der gesundheitsbezogenen Kognitionen, Emotionen, Willensentscheidungen, der dynamischen Regulationsfähigkeit und die Nutzung protektiver Faktoren, positiver Kontrollüberzeugungen und der Selbstwirksamkeitserwartungen müssen für die Ausbildung eines „gesundheitsaktiven Lebensstils“ eine Synergie bilden. Ein integrativer „healthy lifestyle“ umfasst unter anderem die Elemente Sport und Bewegung, Ernährung, Spannungs-Entspannungs-Regulation, Arbeit, Sinn und Werte. Seine bewusste Gestaltung führt zu „ästhetischen Erfahrungen“ und einer von heilender Kraft erfüllten Lebenskunst.
Methodik: Beratungstechniken, Gesundheitspanorama, Ressourcen- und Belastungscharts

6. Seminar: Methoden der Gesundheitsberatung II
Damit Gesundheitsberatung gelingt, ist eine interdisziplinäre, mehrperspektivische Betrachtung sowie eine flexible Interventionspraxis erforderlich, mit dem Ziel  einen gesundheitsbewussten (naturnahen) Lebensstil zu fördern. Definition und Form von Gesundheitsberatung, seine Ziele und Inhalte sowie der Beratungsprozess samt Auftragsklärung, Setting, Rahmen, Beziehungsgestaltung, Methoden und Strategien sind die Themen dieses Seminars. Eine besondere Betrachtung findet dabei die Person und Persönlichkeit des zukünftigen Waldtherapeuten und seine Haltung.

7. Seminar:
Psychopathologie – Gesundheit, Krankheit, Verhaltensauffälligkeiten, Störungen
Verhaltensauffälligkeiten und Psychopathologien bei Erwachsenen, auch alten Menschen und Kindern begegnen uns in allen Lebenskontexten. Hier sind Kenntnisse für die Einordnung wichtig. Dieses Seminar gibt auf der Basis einer Differenzierung von Gesundheit und Krankheit eine Einführung in die wichtigsten psychiatrischen Krankheits- und psychopathologischen Erscheinungsbilder, um ein Verständnis für klinische und therapeutische Fragestellungen zu eröffnen und Indikationen für Beratung und Stütze im Unterschied zu Behandlung zu differenzieren.

8. Seminar:
Supervision für WaldtherapeutInnen
Die Weiterbildung wird mit einem Supervisionsseminar abgeschlossen, in dem die TeilnehmerInnen Beratungs- und Behandlungssituationen mit KlientInnen bzw. PatientInnen, Projekte mit Gruppen, Planung von Waldführungen und Methodengebrauch vorstellen können und mit der SupervisorIn in der Gruppe bearbeiten.

Downloadbereich:

pdf_small Artikel Bettina Ellerbrock: Waldtherapie, Praxis, Ergotherapie

Vorabinformation Interview mit Prof. Hilarion Petzold:
pdf_small „In Japan geht man zum Waldbaden“

Sehen Sie hier auch das Tutorial zu  Shinrin Yoku (Forest medicine)

Kooperationspartner:
bso
Biologische Station Oberberg
Rotes Haus, Schloss Homburg
51588 Nümbrecht
Tel.: 02293/90150
BioStationOberberg.de