Europäische Akademie für bio-psycho-soziale Gesundheit / Fritz Perls Institut

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Bewegungstherapie im Integrativen Verfahren

Integrative Leib- und Bewegungstherapie (IBT) ist eine ganzheitliche Therapiemethode, die auf der Grundlage der Integrativen Therapie und der „Psychomotorik“ bewegungsagogische, leibtherapeutische und psychotherapeutische Maßnahmen miteinander verbindet. IBT ist eine ressourcenorientierte und persönlichkeitsbildende Methode. Sie kann übungszentriert-funktional, erlebniszentriert und konfliktzentriert in klinischen, heilpädagogischen, präventiven oder rehabilitativen Kontexten eingesetzt werden. In der IBT werden entspannungs-, atem-, und körpertherapeutische Maßnahmen mit kreativer Medienarbeit und verbaler Aufarbeitung verbunden. Grundlegende Ziele sind die Reduzierung von akuter oder chronischer Stressphysiologie, der Abbau von psychischen Belastungszuständen, die Förderung einer gesunden Wohlfühlphysiologie und nicht zuletzt gesundheitsfördernde „Lebensstilveränderungen“.
Die Methode wurde seit Mitte der 1960er Jahre vom Psychologieprofessor, Psychotherapeuten, Psycho- und Neuromotorikspezialisten Hilarion G. Petzold, einem der Pioniere der modernen Methodenintegration in der Psychotherapie und Initiator der „neuen Körpertherapien“ in Europa, sowie seinen MitarbeiterInnen entwickelt.
Die Weiterbildung Integrative Leib- und Bewegungstherapie wird in Modulform angeboten. Nach der einführenden Kompaktweiterbildung IBT (Grundstufe) kann die weiterführende Aufbaustufe besucht werden, mit einer Reihe von Selbsterfahrungswochenenden, mit Fachseminaren, Theorielerngruppe, Lehrtherapie, Supervision und klinischer Praxis. Die Aufbaustufe kann mit Graduierung abgeschlossen werden.

Zielgruppe:SozialpädagogInnen, Sport- und GymnastiklehrerInnen, Physio- und ErgotherapeutInnen, PsychomotorikerInnen, Medizinalfachberufe, PädagogInnen, ÄrztInnen, PsychologInnen sowie Bewegungs- und TanztherapeutInnen, PsychotherapeutInnen, andere Interessierte auf Anfrage.
Form:4 × 4 Tage
Gebühr:1.440,- € (in Raten zahlbar) plus ÜVP
Abschluss:Teilnahmebescheinigung oder
Zertifikat bei Teilnahme an allen vier Seminaren und zusätzlicher Teilnahme an den Seminaren Theorie der Integrativen Therapie 1 (oder 2) und Psychopathologie (je 210,- €)
Möglichkeit zur Erweiterung der bewegungstherapeutischen Weiterbildung
Beginn:25.-28.07.2019

Termine 

Seminar:Termin:Leitung:
Über die funktionale Bewegung zu innerem Erleben und Selbstregulation25.-28.07.2019Dr. Hermann Ludwig
Bewegungsarbeit mit den Quellen03.-06.10.2019Martin J. Waibel
Kreative Medien und Techniken in der IBT23.-26.01.2020Cornelia Jakob-Krieger
Praxistransfer, Willenstherapie und Supervision12.-15.03.2020Prof. Dr. Hilarion Petzold

Anmeldung:

Wenn Sie sich für die Kompaktweiterbildung interessieren, erfolgt eine Anmeldung über folgenden Weg:

Persönliche Kontaktaufnahme mit dem Institut (ggfls. freie Plätze).
bei Bedarf Beratungsgespräch (keine Voraussetzung, 02192-858- 16 oder 18).
Füllen Sie das Anmeldeformular aus, mailen, faxen oder senden Sie es uns postalisch zu.
Nach Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie alle weiteren Informationen ca. 4 Wochen vor Beginn der Veranstaltung.

Seminarinhalte:

1. Seminar
Über die funktionale Bewegung zum inneren Erleben und zur Selbstregulation
Auf der Basis von funktional-übungsorientierter Bewegungs- und Atemarbeit soll die Auseinandersetzung mit einem breiten Spektrum an Gefühlen ermöglicht werden. Es wird sowohl um „heftige“ Gefühle wie z.B. Wut, Hass oder Angst gehen als auch um die „sanften“ Gefühle wie Heiterkeit, Trost, Friedlichkeit des Herzens, Dankbarkeit etc. Ziel ist „dynamische Selbstregulation“ als Spannungs-Entspannungs-Regulation. Grundlage bilden die Erkenntnisse moderner Emotionspsychologie.

2. Seminar
Bewegungsarbeit mit den Quellen: Ressourcenorientierte Erlebnisaktivierung und Persönlichkeitsentfaltung
Lange Zeit standen Pathologie- und Defizitorientierung auch in der Bewegungstherapie im Vordergrund von Anamnese und Therapie. Moderne Forschungsansätze, z.B. zur Salutogenese (Entstehung von Gesundheit), haben jedoch gezeigt, dass Menschen auch bei schweren Schicksalsschlägen und Erkrankungen Bewältigungsleistungen (coping) erbringen und ein zufriedenes Leben führen können, manchmal sogar zu neuen Orientierungen und Lebenszielen (creating) finden. Ein Kernstück der IBT ist das (Wieder-)Entdecken und Stärken der eigenen Ressourcen. In diesem Seminar werden vielfältige ressourcenzentrierte Vorgehensweisen und die Arbeit mit protektiven Faktoren vorgestellt, die in unterschiedlichen Berufsfeldern eingesetzt werden können.

3. Seminar
Kreative Medien und Techniken in der IBT
Eine zentrale Vorgehensweise des Integrativen Ansatzes ist der prozessorientierte Einsatz „kreativer Medien“ und Techniken: von der strukturierten Bewegungsfolge zu Improvisation, Imagination, szenischer Darstellung und Tanz, ein bewegtes Gedicht, ein getanztes Bild sowie die Arbeit mit Seilen, Stöcken, Tüchern im Wechselspiel von Eindruck und Ausdruck. Diese „intermediale“ Arbeit stimuliert gemeinsame Kokreativität, ermöglicht „Konflux“, d. h. das Zusammenfließen schöpferischer Kräfte und fördert persönliches Sinnerleben.

4. Seminar
Praxistransfer, Willenstherapie und Supervision
Dieses Seminar ist auf das Problem des Transfers von Erfahrungen und Erkenntnissen der PatientInnen aus der Therapie in ihren Lebensalltag gerichtet. Das scheitert oft an Willensproblemen. Forschungen zur Neurobiologie des Willens zeigen: hier sind Bewegungsarbeit und „mentales Training“ Methoden der Wahl für die Therapie der Volitionen. Weiterhin bietet das Seminar den TeilnehmerInnen Möglichkeiten, ihre Anwendung der Methoden, Techniken, Medien und Modalitäten der IBT in der Einzel- und Gruppenarbeit aus ihrer Praxis und ihrem Berufsfeld supervisorisch vorzustellen. Die Situationen werden auf ihre diagnostischen, therapeutischen und methodisch-praktischen Implikationen reflektiert, um den Transfer in die professionelle Anwendung der IBT zu fördern.

Buch Bewegung