Europäische Akademie für bio-psycho-soziale Gesundheit / Fritz Perls Institut

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SeniorenbegleiterIn im Integrativen Verfahren

AltersforscherInnen haben mittlerweile zweifelsfrei den Mythos widerlegt, dass ältere und alte Menschen psychisch und emotional nicht mehr veränderungsfähig seien, da sich innere Haltungen zu sehr verfestigt hätten und sich eine psychologisch/therapeutische Intervention nicht mehr lohne. Heute weiß man, entgegen früherer Vorurteile, dass Menschen sich bis ins hohe Alter emotional weiterentwickeln können.
Alte Menschen zeigen bisweilen „eigenwillige“ Verhaltensweisen, ziehen sich zurück und trauen sich nicht mehr vor die Tür. Oft sind Einsamkeit, beginnende Demenz oder altersbedingte Hirnleistungsstörungen eine Ursache. Ältere Menschen werden jedoch therapeutisch oft nicht so adäquat behandelt wie jüngere Menschen. Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Freiheit von konfliktbedingten und quälenden seelischen Symptomen sind Eigenschaften, auf die gerade alte Menschen nach einem arbeitsreichen und oft auch mühevollen Leben einen Anspruch haben.
In bald 40 Jahren Arbeit mit alten Menschen wurde in der Integrativen Therapie ein Reichtum an Methoden und einfachen Techniken entwickelt. Techniken der Kunsttherapie, der Poesie- und Bibliotherapie, der Musiktherapie sowie der Leib- und Bewegungstherapie können hier Möglichkeiten des Zugewinns an Selbsterleben, an Selbstwert und Selbstbewusstsein schaffen. Dabei können SeniorenbegleiterInnen wichtige Leistungen erbringen ohne selbst TherapeutInnen zu sein. Der/die Psychologische SeniorenbegleiterIn findet ein Arbeitsumfeld in Einrichtungen der Altenpflege oder auf privater Basis.

Zielgruppe:Diese Weiterbildung richtet sich an alle, die sich für die begleitende Arbeit mit älteren und alten Menschen weiterqualifizieren wollen.
Form:3 x 3 Tage
Gebühr:720,- € (in 3 Raten zu zahlen) plus ÜVP
Leitung:Dipl. Sup. Robert Gottschalk
Ort:Hückeswagen
Abschlüsse:Teilnahmebescheinigung oder
Zertifikat bei Teilnahme an allen Seminaren und zusätzlich am Seminar "Theorie des Integrativen Verfahrens" (210,- €)
Beginn:Termin in Kürze

pdf_small Hier erhalten Sie den Flyer zum Download.

Seminar:Termin:Leitung:
Alter(n) erleben – Altern ein LebensprozessTermin in KürzeRobert Gottschalk
Stimulierende Gespräche mit alten MenschenTermin in KürzeNN
Umgang mit altersverwirrten und demenzkranken Menschen – Auf der Suche nach dem VerlorenenTermin in KürzeRobert Gottschalk

Anmeldung:

Wenn Sie sich für eine Kompaktweiterbildung interessieren, erfolgt eine Anmeldung über folgenden Weg:

Persönliche Kontaktaufnahme mit dem Institut (ggfls. freie Plätze).
bei Bedarf Beratungsgespräch (keine Voraussetzung, 02192-858- 16 oder 18).
Füllen Sie das Anmeldeformular aus und faxen oder senden Sie uns dies zu.
Sie sind angemeldet und erhalten alle weiteren Informationen ca. 4 Wochen vor Beginn der Veranstaltung.

Seminarinhalte:
1. Seminar
Alter(n) erleben – Altern ein Lebensprozess
Alt werden ist ein lebenslanger Prozess. Der Umgang mit dem eigenen Altern oder dem Altwerden Familienangehöriger ist nicht immer leicht und kommt manchmal überraschend.
Was heißt altern? Wie erlebe ich es bei mir und anderen? Wie beeinflusst altern meine seelischen Prozesse? Wie erhalte ich meine „Selbstwirksamkeit“ auch wenn ich alt und hilfebedürftig werde? Diesen Fragestellungen und weiteren  wird mit Hilfe verschiedener kreativer Techniken des Integrativen Ansatzes nachgegangen.
Fachinhalte:
(Zu Beginn des Seminars wird ein kurzer Überblick über die Strukturen der Altenhilfe, wie Pflegestufen, Medizinischer Dienst, Ambulante Hilfen, Freie Angebote, Beratungsdienste, Wohnformen im Alter und Notfallversorgung gegeben.)

2. Seminar
Stimulierende Gespräche mit alten Menschen
Gespräche mit alten Menschen drehen sich häufig um körperliche Einschränkungen, Schmerzen und Krankheiten. Die dadurch meist unbewußt erlebte „Kränkung“ in der eigenen Vitalität kann zu psychischen Veränderungen wie depressiven Verstimmungen, Kontrollbedürfnis und Ängsten führen. Es gilt die Balance zwischen einfühlsamen und mitschwingen Zuhören und aktivierender Gesprächsführung hin zu positiver Stimulans zu finden, zum richtigen Zeitpunkt Grenzen zu setzen und dabei die eigene Selbstfürsorge nicht aus dem Blick zu lassen. Methoden der partnerzentrierten Gesprächsführung werden erlernt und kommen neben Kreativtechniken zum Einsatz.
Fachinhalte:
Psychische Störungen im Alter werden verständlich erläutert. Darunter die Abgrenzung depressive Störung-Depression-Demenz, Traurigkeit, gehirnphysiologische Veränderungen und Angst.

3. Seminar
Umgang mit altersverwirrten und demenzkranken Menschen – Auf der Suche nach dem Verlorenen.
Die Kommunikation mit Menschen mit Demenz ist zumeist in allen Stadien der Erkrankung ein Problem. Daher sollte früh der nonverbale Bereich und verschiedene Sinneskanäle (Hören, Riechen, Tasten, Schmecken) mit einbezogen werden. Das Erinnern geht verloren aber es ist für das Selbstwertgefühl von größter Bedeutung. Geschichten, Bilder, Fotos, Alltagsgegenstände, vertraute Dinge, Lieder und Musikstücke sind Brücken zwischen dem bedrohten gegenwärtigen und dem lebensgeschichtlichen „Ich“ der Kranken. Methoden der Poesie und Bibliotherapie, der Musiktherapie und der besonderen  Gesprächsführung mit verwirrten alten Menschen werden aufgezeigt.
Fachinhalte:
Die wichtigsten gerontologisch und gerontopsychiatrischen Krankheitsbilder werden verständlich erläutert. Darunter dementielle Erkrankungen wie Demenz vom Alzheimertyp, Multiinfarktdemenz und weitere.

Literatur:
H. G. Petzold: Mit alten Menschen arbeiten,
Stuttgart: Pfeiffer/Klett-Cotta Bd. I 2004, Bd. II 2005.
Petzold, H. G., Bubolz, E.: Psychotherapie mit alten Menschen. Paderborn: Junfermann 1979.
Petzold, H.G., Müller, L. (2005a): Supervision in der Altenarbeit, Pflege, Gerontotherapie: Brisante Themen – Konzepte – Praxis, Integrative Perspektiven. Paderborn: Junfermann.