Europäische Akademie für bio-psycho-soziale Gesundheit / Fritz Perls Institut

Side Side

Paar-Beratung im Integrativen Verfahren

Zertifizierte Ausbildung zur/zum Partnerschule®-TrainerIn – an der Europäischen Akademie EAG

Die Ausgangslage
Nach empirischen Untersuchungen haben Paare, die eine Ehe- und Familienberatung aufsuchen, in der Regel acht unlösbare, häufig zu Streit führende Probleme. Sie liegen überwiegend in den Bereichen: Zuwendung des Partners, Sexualität, Kommunikation und Gespräche, Forderungen des Partners und fehlende Akzeptanz bzw. Unterstützung durch den Partner. „Harte Fakten“ wie Haushaltsführung, Berufstätigkeit, Finanzen oder auch außereheliche Beziehungen rangieren deutlich dahinter. Es scheint vor allem die Gestaltung der Binnenbeziehung eines Paares zu sein, ihre Psychodynamik, die zu unlösbaren Konflikten und damit zu Unzufriedenheit führt. Diese wird dann in der Art und Weise der Sexualität, der gemeinsamen Kommunikation und Zuwendung erlebt. Deshalb gilt es der Gestaltung dieser Binnenbeziehung besonderer Aufmerksamkeit im therapeutischen Handeln zu schenken. Durch ihren ganzheitlichen Ansatz bietet gerade die Integrative Therapie dazu eine hervorragende Grundlage.

Ansätze und Ziele der klärungs- und bewältigungsorientierten Paartherapie
Eine zentrale Rolle in diesem klärungs- und bewältigungsorientierten Prozess spielt die Persönlichkeit der Beraterin oder des Beraters. Weil wir davon ausgehen können, dass der überwiegende Teil der Ratsuchenden als Kind eine unsichere Bindung erfahren hat, fällt der /dem BeraterIn die Rolle einer begrenzten „Elternschaft“ (Ferenczi u.a.) zu. Das bedeutet konkret , dass er mit den Paaren eine Bindungsbeziehung eingeht: “Ich fühle mich für euer Wohlergehen verantwortlich!”; dass er ihr Grundbedürfnis nach Orientierung und Kontrolle stillt und sie die Erfahrung machen, dass die Welt auch ein berechenbarer Ort sein kann: “An jeder Stelle im Prozess bin ich bereit, über die Ziele meiner Arbeit, die Gestaltung einer Übung usw. zu informieren” und er stellt ihnen vielfältige Möglichkeiten selbstwerterhöhende Erfahrungen zu machen zur Verfügung: “Ich weiß, dass Ihr vieles könnt und genau das will ich mit Euch entdecken!” Erst mit dieser expliziten und vor allen Dingen impliziten Zusage, die sie in einem Erstkontakt mit dem Berater oder der Beraterin in ihrem Körper spüren, können sich Paare überhaupt auf den Prozess einlassen.

In diesem Prozess steht das Einüben interaktioneller und kommunikativer Kompetenzen im Vordergrund, um Verantwortung für das eigene Reden und Handeln zu übernehmen und dem Partner ein wirksames Gegenüber zu sein – auf dass dieser „am Du zum Ich werden“ kann (Martin Buber).

Struktur
Durch einen klar strukturierten Ablauf in drei Modulen wird ein Rahmen zur Verfügung gestellt, in welchem die TeilnehmerInnen signifikant neue, konstruktive Erfahrungen machen können. Diese beziehen sich auf die Persönlichkeit des Einzelnen und damit einhergehend sein Handeln in der Paarbeziehung. Die Partnerschule ist dabei sowohl für Beratungsarbeit im Gruppensetting als auch für die Arbeit mit einem einzelnen Paar nutzbar. In der Gruppenarbeit erweisen sich die Rückmeldungen der anderen Teilnehmer, die Möglichkeit Übungspartner zu haben, das Lernen an den Prozessen der Anderen und ganz besonders die Erfahrung des Getragenseins durch die Gruppe als wirksame Hilfen.

Zugleich bietet die Partnerschule aber als Integrative Paar- und Sexualtherapie einen klar strukturierten Ablaufplan für einen paartherapeutischen Einzelprozess. In durchdachten Einzelschritten wird den Paaren ein Rahmen geboten, in dem sie neue Erfahrungen miteinander machen und ihre Kompetenzen für das Miteinander stärken können. Sie erfahren im Paarinterview zur Beziehungsgeschichte (PIB) nicht selten ganz Neues voneinander. Sie erstellen für die implizite Diagnostik Tonfiguren, finden durch Trancen und das Malen dazu Zugänge zu ihren Überlebensstrategien aus Kindertagen, erfahren Boden unter den Füßen durch Standübungen und erleben wie es ist, in den Raum des Anderen zu treten bzw. wie es ist, wenn der Partner / die Partnerin in den eigenen Raum tritt. Sie lernen durch Spiegelung Gespräche zu sprechen und zuzuhören.

Zusammengefasst: Die drei Module der Weiterbildung bieten den Partnerschule-TrainerInnen einen „Fahrplan“ für den sinnvollen Einsatz von Übungen und Trancen sowohl im Gruppensetting als auch in der Einzelpaartherapie. Das Wichtigste bei allem sind aber nicht die Übungen, sondern die wertschätzende, annehmende und wohlwollende Haltung, mit denen Partnerschule-TrainerInnen den Paaren begegnen und ihnen die Erfahrung ermöglichen, so angenommen zu werden, wie sie sind. In dieser Haltung begleiten sie Paare auf ihrem Weg zu einer gelingenden und zufriedenstellenden Partnerschaft.

Zielgruppe:ÄrztInnen, Ehe- und FamilienberaterInnen, PädagogInnen, PsychologInnen, SozialpädagogInnen und andere Interessierte, die mit Paaren arbeiten wollen
Form:3 x 5 Tage
Gebühr:1.500,- € (in Teilbeträgen von 500,- € pro Seminar) plus ÜVP
Leitung:Dr. Rudolf Sanders, Leiter der katholischen EFL Hagen & Iserlohn, Begründer des paartherapeutischen Verfahrens Partnerschule, Herausgeber der Fachzeitschrift Beratung Aktuell
Renate Lissy-Honnegger, Dipl.-Lebensberaterin, Dipl.-Pädagogin, Partnerschultrainerin®, Rust (Österreich)
Ort:Hückeswagen
Abschlüsse:Teilnahmebescheinigung oder
Zertifikat: Partnerschule-TrainerIn – Paarberatung im Integrativen Verfahren bei Teilnahme an allen Seminaren
Beginn:18.-22.10.2017

Termine:

Seminar:Termin:Leitung:
Beziehungsmuster und Interaktionsstörungen in Paardiagnostik und Beratung18.-22.10.2017Dr. Rudolf Sanders
Renate Lissy-Honegger
Sexualberatung in der Paarberatung - das "Kleine Genusstraining"07.-11.02.2018Dr. Rudolf Sanders
Renate Lissy-Honegger
Training von Autonomie und Zweisamkeit02.-06.05.2018Dr. Rudolf Sanders
Renate Lissy-Honegger

Anmeldung:

Wenn Sie sich für eine Kompaktweiterbildung interessieren, erfolgt eine Anmeldung über folgenden Weg:

Persönliche Kontaktaufnahme mit dem Institut (ggfls. freie Plätze).
bei Bedarf Beratungsgespräch (keine Voraussetzung, 02192-858- 16 oder 18).
Füllen Sie das Anmeldeformular aus und faxen oder senden Sie uns dies zu.
Sie sind angemeldet und erhalten alle weiteren Informationen ca. 4 Wochen vor Beginn der Veranstaltung.

pdf_small Anmeldeformular

Seminarinhalte:

1. Seminar
Beziehungsmuster und Interaktionsstörungen in Paardiagnostik und Beratung
Im selbsterfahrungsorientierten Zugang werden Aspekte wie: Ich als Persönlichkeit, Ich in meiner Ehe, Wir als Paar transparent gemacht. Hier liegt der Fokus zum einen auf der Analyse der vorhandenen Ressourcen und zum anderen auf den Aspekten, die es im Miteinander schwierig machen. Ferner werden das Paarinterview zur Beziehungsgeschichte (J. Gottmann) und die computergestützte beratungsbegleitende Forschung (Hogrefe-Testzentrale) – die darüber hinaus zur Evaluation der Beratung genutzt wird – vorgestellt. Möglichkeiten, Zugang zu den impliziten Beziehungsregeln zu finden, d.h. den unbewussten und früh gelernten Regeln (Schemata) für das Gestalten einer nahen Beziehung, werden vermittelt. Ihr Bewusstmachen hilft Menschen zu erkennen, inwiefern sie sich selbst beim Gelingen ihres Lebens im Wege stehen.

2. Seminar
Sexualberatung in der Paarberatung – das „Kleine Genusstraining“
Statt auf den Trieb (Freud) als leitende Metapher für die Sexualität zu setzen, wird in der Partnerschule Sexualität als Ressource eines Paares (G. Schmidt) konzipiert. Statt Entladung sexueller Spannung geht es um das Spiel mit der Erregung und Reizen, den Genuss der Lust. So wird der Orgasmus zum Beispiel nicht als Ziel, sondern als Teilaspekt sexueller Befriedigung verstanden. Die konsequente Abkehr von einer Leistungs- und Zielorientierung in der Sexualität ermöglicht Paaren, ihr Miteinander zu genießen und einen suchenden, experimentierenden und erfinderischen Modus gegenüber der Sexualität zu entwickeln. Daher sind auch alle Erfahrungen und Übungen der anderen beiden Seminare ein förderlicher Teil für die Entwicklung einer lustvollen Sexualität.
Auch dieses Seminar wird als ein Rahmen verstanden, neue Erfahrungen mit sich selbst und mit dem Partner machen zu können. Der Leib als Ausgangspunkt der Lebendigkeit (Selbstakzeptanzerhöhung), der wohlwollende Blick auf die eigene Leiblichkeit zur Überwindung einer destruktiven Spaltung von Seele und Körper, das Gespräch über Sexualität und die Integration des gegengeschlechtlichen Anteils sind die inhaltlichen Schwerpunkte. Dabei wird ein explizit förderliches Gesprächsverhalten zwischen den Geschlechtern vermittelt.

3. Seminar
Training von Autonomie und Zweisamkeit
Hier erleben die Paare, wie die Verbundenheit zum Anderen die Voraussetzung für persönliche Entwicklung werden kann. So widmet sich dieses Seminar der Ermöglichung selbstwerterhöhender Erfahrungen als grundlegende Voraussetzung einer gelingenden Partnerschaft. Denn die Forschung zeigt uns, dass unser Wissen um den eigenen Selbstwert und unsere Fähigkeit, selbstwerterhöhende Erfahrungen zu machen, ein wichtiges Fundament jeder Beziehung ist und darüber hinaus die Grundlage, sich in befriedigender Weise in Gemeinschaften und Gemeinwesen mit der je eigenen Berufung einzubringen und diese mitzugestalten.

image001

Hören Sie einen Beitrag des Senders Radio Iserlohn mit Dr. Rudolf Sanders zum Thema: Abenteuer Partnerschaft.

Downloadbereich:

Bettina Löwen, 2016, Masterarbeit, Kath. Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, untersucht in einer qualitativen Studie inwieweit die „Partnerschule Paar- und Sexualberatung“ nach Dr. Rudolf Sanders Autonomie und Verbundenheit die Paarbeziehung fördert. Titel der Arbeit:
Die Bedeutung von Autonomie und Verbundenheit für gelingende, lebenslange Partnerschaft. Lesen Sie hier:
 www.partnerschule.de/autonomie.pdf

Lesen Sie hier einige Stimmen zur Partnerschule.

Rudolf Sanders, Beziehungsprobleme verstehen – Partnerschaft lernen, 2006 kostenfreier Download hier.