Europäische Akademie für bio-psycho-soziale Gesundheit / Fritz Perls Institut

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Kompetenztraining – Verhaltensschwierige Kinder & Jugendliche

Bewegungs- und kreativ-therapeutische Methoden im Integrativen Verfahren

Die Integrative Kinder- und Jugendlichentherapie ist eine kreativ-therapeutische, ganzheitliche und differentielle Methode in der Behandlung und pädagogisch/therapeutischen Förderung von Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung ihrer Familien, sozialen Bezüge bzw. ihren Bezugspersonen. Diese Weiterbildung soll praxisnah die Teilnehmenden befähigen, die Herausforderungen im beruflichen Alltag – besonders mit schwierigen Kindern und Jugendlichen – kompetenter zu bewältigen. Wir sehen Kinder in ihrer gesamten Entwicklungsspanne, aus schwierigen Kindern werden eben oft auch schwierige Jugendliche. Hierzu gehört es, Ursachen zu (er-)kennen und ein Spektrum von bewegungsund kreativ-therapeutischen Methoden zum sinnvollen Handeln zur Verfügung zu haben. Es geht darum eine klare Haltung auf fundiertem Hintergrund zu erarbeiten. Wir lehren die Methode durch die Methode, dies bedeutet, dass alle Inhalte praktisch erprobt und durch eigene Selbsterfahrung verstanden werden können. Die Teilnehmenden können eigene Erfahrungen und besondere Schwierigkeiten aus der Praxis im Seminar einbringen.

Zielgruppe:Angehörige psychosozialer Berufsgruppen, die pädagogisch oder therapeutisch mit Kindern arbeiten. ErzieherInnen, SozialpädagogInnen, Dipl.-PädagogInnen, ErgotherapeutInnen, HeilpädagogInnen, Heil- und ErziehungspflegerInnen, PhysiotherapeutInnen, GemeindereferentInnen, weitere Interessierte gern auf Anfrage
Form:6 Blockseminare, je 3 Tage
Gebühr:Seminargebühr 1.260,- €, in 6 Teilbeträgen zahlbar
Leitung:Dipl.-Psych. Andreas Schütte, psychologischer Psychotherapeut für Kinder und Erwachsene in eigener Praxis, Lehrtherapeut an der EAG im Integrativen Verfahren; Dipl.-Soz.päd. Ria Jansenberger, Verbundleitung von 6 Kitas, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin im Integrativen Verfahren
Ort:Europäische Akademie - Hückeswagen (zwischen Wuppertal und Köln)
Abschluss:Zertifikat Kompetenztraining Verhaltensschwierige Kinder & Jugendliche
Beginn:Neuer Termin in Kürze
Seminar:Termin:Leitung:
Ursachen und Formen auffälligen Verhaltens
bei Kindern und Jugendlichen
Neuer Termin in KürzeAndreas Schütte /
Ria Jansenberger
Kontakt – Begegnung – Beziehung – Bindung in
digitalen Lebenswelten 1
Neuer Termin in KürzeAndreas Schütte
Kontakt – Begegnung – Beziehung – Bindung in
digitalen Lebenswelten 2
Neuer Termin in KürzeRia Jansenberger
Trauma, Gewalt, Vernachlässigung, MissbrauchNeuer Termin in KürzeRia Jansenberger
Krisen bei Kindern und JugendlichenNeuer Termin in KürzeAndreas Schütte
SupervisionNeuer Termin in KürzeRia Jansenberger /
Andreas Schütte

Anmeldung:

Wenn Sie sich für eine Kompaktweiterbildung interessieren, erfolgt eine Anmeldung über folgenden Weg:

Bei Bedarf Beratungsgespräch (keine Voraussetzung, 02192-858- 16 oder 17).
Füllen Sie das Anmeldeformular aus und faxen oder senden Sie uns dies zu.
Damit sind Sie sind angemeldet und erhalten alle weiteren Informationen ca. 4 Wochen vor Beginn der Veranstaltung.

Seminarinhalte:

1. Seminar:
Ursachen und Formen auffälligen Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen
Gesundheitsverständnis/Krankheitsverständnis in der Kinder- und Jugendlichentherapie – Risiko- und Resilienz-Faktoren

Gesundheit von Kindern und Krankheit von Kindern muss lebensalterspezifisch unter kindgemäßen Betrachtungsparametern angesehen werden – ebenso bei Jugendlichen – und zwar sowohl in kulturspezifischer wie auch in genderspezifischer Sicht (Jungenarbeit, Mädchenarbeit). Dabei ist von besonderer Bedeutung, die ganze Breite der Verhaltensnormen im Blick zu haben, um Kinder und Jugendliche nicht zu stigmatisieren. Aufgrund unterschiedlicher Erziehungsnormen wird nämlich leicht eine „harmlose Eigenheit“ zu einer Störung oder Krankheit. Die richtige Verortung von Störungen im Lebensverlauf ist dabei von eminenter Bedeutung (Osten 2000), aber auch die Diagnostik altersspezifischer Eltern-Kind-Interaktion (Petzold, van Beek, van der Hoek 1994). In der „Diagnose“ ist das Herausfinden von protektiven Faktoren und Resilienzen (Petzold, Goffin, Oudhof 1993; Petzold 1995a) wichtig, weil damit auch präventive Maßnahmen fundiert werden können, wie z. B. Kreativitätstraining oder der Aufbau einer angemessenen „Spiel-, Sport- und Bewegungskultur“. Das Erfassen der sozialen Situation durch „soziales Sinnverstehen“ (Petzold 1995a; Metzmacher, Zaepfel 1995) ist unverzichtbar, um angemessene Ziele für kinder und jugendlichentherapeutische Interventionen zu finden. Grundlagen der Entwicklungspsychopathologie, die zu Verhaltensauffälligkeiten beitragen können, werden in diesem Seminar vermittelt. Dabei wird den umfeld- und netzwerkbedingten Faktoren besondere Aufmerksamkeit geschenkt, um zu zeigen, wie Kinder- und Jugendlichentherapie, pädagogische Familien- und Kontextarbeit zusammenwirken können und müssen, um Auffälligkeiten vorzubeugen und sie zu behandeln. Wichtige Störungsbilder werden vorgestellt und auf Ursachen, Verläufe und Folgen diskutiert, um dann methodisches Vorgehen bei der Behandlung aufzuzeigen und umsetzungsorientiert zu vermitteln.

2. Seminar:
Kontakt – Begegnung – Beziehung – Bindung in digitalen Lebenswelten 1
Schwerpunkt Bewegung

Die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen sind äußerst vielfältig und haben sich in den „Cyberspace“ hinein erweitert, in dem Kinder und Jugendliche zunehmend „surfen“ (bis hin zu süchtigem Verhalten). Ihre Comics, Videospiele, Chatrooms gilt es zu kennen (Müller, Petzold 1998), sonst gehen wir an ihren Lebenswelten vorbei, denn die Identität von Kindern und Jugendlichen (und natürlich auch von Erwachsenen) inszeniert sich nicht
nur in Echtzeit, sondern es gibt im virtuellen Raum, in den Cyberwelten Areale, die für faszinierte Spieler wichtiger sind, als der Alltag in Schule und Elternhaus. Die Umwelten von Kindern und Jugendlichen sind zudem mit Erwachsenenkomplexität postmoderner Lebenswelten zum Teil recht belastet. Hier wird es wichtig, „Soziotope“ – besser schützenden „Inseln“ – oder analoge Räume zu schaffen, die keinen „heile Welt-Charakter“ haben, die aber zukunftsfähig sind. Methoden aus der Integrativen Bewegungstherapie eigenen sich auf besondere Weise. Leben ist Bewegung. Bewegtes Leben ist gutes Leben, gemeinsame Aktion voller Spannung und Elastizität. In Mimik, Gestik, Körperausdruck, Sprache und durch Bewegungen gestalten wir Interaktionen und „drücken“ das aus, was in uns ist. Bewegungs- und Entspannungsarbeit helfen uns dabei Stresszustände abzubauen und unterstützen unsere „state regulation“. Im Seminar werden für das Kindes- und Jugendalter alters- und indikationsspezifische Methoden, Outdoor-Übungen und Arbeitsformen für die leib- und  bewegungstherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfahrbar gemacht.

3. Seminar:
Kontakt – Begegnung – Beziehung – Bindung in digitalen Lebenswelten 2
Schwerpunkt Kreativtherapie

Dieses Seminar bildet die Fortsetzung und setzt den Schwerpunkt auf kreativ- und kunsttherapeutische Methoden.  Kinder und Jugendlichentherapie erfordert altersgemäße Methoden, die allerdings theoriegeleitet eingesetzt werden müssen. Kreative Medien (Farben, Ton, Spielmittel, Puppen etc.) sprechen die natürlichen Bedürfnisse des multisensorischen und multiexpressiven Leibes des Kindes und Jugendlichen an. Sie entsprechen den evolutionsbiologischen Grundantrieben der explorativen Neugier und des poietischen Gestaltungsstrebens, mit denen Kinder und Jugendliche Ressourcen (die sie haben oder erhalten) nutzen lernen und für Potentiale, die in ihnen liegen, Förderung erhalten. Der pädagogische/therapeutische Raum wird zum „potential space“ (Winnicott), ist „safe place“ (Katz-Bernstein), „schützende Insel“ (Petzold) zugleich.

4. Seminar:
Trauma, Gewalt, Vernachlässigung, Missbrauch

Die besonderen Anforderungen an PädagogInnen und TherapeutInnen im Umgang mit den Schädigungen, die aus Trauma und Gewalterfahrungen oder Vernachlässigungen herrühren, sollen dargestellt und in der Gruppe erarbeitet werden. Besondere Bedeutung erhalten die psychophysiologischen und sozialen Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen und postraumatischen Störungen. Differenzierte, den Betroffenen und dem Kontext angemessene Formen des Kontakts und der Begegnung werden uns ebenso beschäftigen wie der Umgang mit den Belastungen, denen die TherapeutInnen in dieser Arbeit ausgesetzt sind.

5. Seminar:
Krisen bei Kindern und Jugendlichen

Methoden und Modelle der Krisenprävention und -intervention bei Kindern/Jugendlichen und ihren Bezugsgruppen werden in diesem Seminar vorgestellt. Familien als System, aber auch einzelne Familienmitglieder, können in Krisen geraten. Die integrative Krisentheorie, ihre Modelle der Krisendiagnose/-managements, Interventionsmethoden (safe place, Innerer Beistand, Distraktoren etc.) und Deeskalationshilfen werden vorgestellt, zudem werden lebensalterspezifische Krisen diskutiert. Weitere Themen sind Umgang mit aggressiven und suizidalen Krisen sowie mit Krisen im Familiensystem.

6. Seminar:
Supervision

In jedem Seminar finden sich supervisorische Einheiten. In diesem letzten Seminar haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, das Erlernte aus den vorangangenen Seminaren und die Erfahrungen mit der Umsetzung in ihrem beruflichen Alltag noch einmal vertieft und umfassend zu reflektieren. Prozesse aus der Praxis sollen vorgestellt und mit den Methoden der Integrativen Supervision angeschaut und bearbeitet werden. Außerdem dienen diese Tage dazu, den Gruppenprozess zu betrachten und mit den Themen Abschied, Ablösung und Individuation zu beenden.

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