Europäische Akademie für bio-psycho-soziale Gesundheit / Fritz Perls Institut

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Bildungsurlaub – Rom – Jähes Ende der „Offenen Stadt“

Rom ist die Ewige Stadt. Die neunmonatige, deutsche Besatzung hat ebenfalls für ewig Narben in der Stadt hinterlassen. Am 10. September 1943 übernahm das „Hitler-Regime“ die Macht in Rom. Zuvor war die Machtübernahme am 8. September 1943 unter dem Codewort „Fall Achse“ vorbereitet worden. Von Norden und Süden fielen an jenem Tag die Nationalsozialisten in die Stadt ein. Der Widerstand der italienischen Verbände und Freiwilligen hatte gegen die Übermacht der Wehrmacht keine Chance. Nur der Vatikan blieb von der  Besatzung verschont.
Nachdem Rom besetzt war, gab Hitler seinem SS-Reichsführer Himmler mündlich den Befehl, die jüdische Bevölkerung Roms schnellstmöglich zu deportieren bzw. zu „liquidieren“. Die Anzahl der in Rom lebenden Juden wurde um die 8000 geschätzt, ohne die genaue Zahl zu kennen. Tatsächlich kamen von etwas über 2000 nach Auschwitz deportierten Juden lediglich 16 Menschen zurück. Am 16. Oktober 1943 durchkämmte die SS das jüdische Ghetto am Tiberufer. Dann wurden die aufgespürten Juden zum Hauptsammelpunkt am Porticus der Octavia bei der Ruine des Marcellustheaters getrieben und von Lastwagen abgeholt, um zum Internierungsort, einer leerstehenden Militärschule auf der anderen Seite des Tiber transportiert zu werden. Von dort wurden sie zum Güterbahnhof Tiburtina in 18 bereitstehende Güterzüge verfrachtet. Neben der flächendeckenden Razzia im alten Ghetto kam es im Weiteren in ganz Rom auch zu Einzelverhaftungen und später zu gezielten Hausdurchsuchungen, zufällige Enttarnungen oder Denunziationen. Der Kommandant der deutschen SS in Rom, Herbert Kappler, war sowohl für die Razzia am 16. Oktober 1943 als auch für die Deportation und damit auch für die Ermordung der römischen Juden in Auschwitz sowie für die Erschießung der 335 Geiseln in den Ardeatinischen Höhlen persönlich verantwortlich.
Zwar fanden viele auch Unterschlupf und Asyl in Klöstern und Kirchen und konnten so gerettet werden, doch dürfen die Gräueltaten der Besatzungszeit nie vergessen werden. Am Ende der deutschen Besatzung am 4. Juni 1944 waren es etwa 2300 Juden, die deportiert und ermordet wurden. Dem voraus ging eine Zeit des italienischen Faschismus, der den Weg dafür ebnete. Dafür steht auch die omnipräsente Architektur der faschistischen Zeit. Wenige wissen, dass es Mussolini darum ging, das „antike Rom zu befreien“, womit gemeint war, die Archäologie in den Mittelpunkt des Städtebaus zu rücken. So gehen die Ausgrabungen der Kaiserforen, das Forum Romanum, die Engelsburg, die vier Tempel des Largo Argentina und die beiden Tempel an der Piazza Bocca della Verità und viele andere Bauwerke auf diese Zeit zurück.
Anhand des Besuches verschiedener Gedenkorte und Quartiere, die für diese Zeit stehen, soll diese Bildungsreise zur Erkenntnis verhelfen, dass die von den Nazis verübten Gräueltaten in Italien niemals in Vergessenheit geraten dürfen.

Leitung: Martina Müller M.A. Sprachwissenschaftlerin und hat u. a. in Rom und Bologna studiert und gelebt. Sie spricht fließend Italienisch und kennt die Stadt und ihre Geschichte bestens

Gebühr: 870,- € (Ü/F)

Unterkunft/Verpflegung: Dieser Bildungsurlaub findet im Gästehaus des Deutschen Ordens statt. (www.gaestehaus-rom.it) 6 x Übernachtung mit Frühstück

Zusatzkosten: Eigene Anreise nach Rom und zur Unterkunft, Mittagsimbiss, Abendimbiss. Eintrittspreise für Museen ca. 15,- € pro Person. Die Kurtaxe 3,50 € pro Person/Tag ist vor Ort in bar zu entrichten.

Anmeldung: Anmeldung über EAG

Achtung: Es gelten die individuellen Unterbringungskonditionen der Seminarhäuser.
Die Zimmerkategorien Altbau/Neubau im Online-Anmeldeformular treffen nur für Seminare in Hückeswagen zu.

Download:
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TitelFormZeitraumGebührLeitungOrt
Rom – Jähes Ende der „Offenen Stadt“7 Tage04.10.2020 - 10.10.2020870,-Martina MüllerRomBuchen