Kompaktcurriculum Integrative Lauftherapie und Ausdauertraining
Zielgruppe: SuchttherapeutInnen, Mitarbeitende in Psychiatrie
und Rehaeinrichtungen, Bewegungs- und Sporttherapeuten, Mitarbeitende
in Kinder- und Jugendlichen- einrichtungen, Gruppentherapeuten,
Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Pflegekräfte, Ärzte usw.), alle an
Lauftherapie Interessierten.
Form: 3 Blockseminare à 3 Tage
Beginn: 01. - 03. Oktober 2010
Leitung: Andrea Naujoks (Suchttherapeutin und Supervisorin), Robert Gottschalk (Supervisor und Coach, Langjährig im Berufsradsport tätig, mehrfacher Marathonfinisher)
Ort: Beversee
Gebühr: € 630,-
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Seminar
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Termin
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Leitung
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| Grundlagen Lauf- u. Ausdauertherapie |
01.-03.10.2010
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Andrea Naujoks & Robert Gottschalk
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| Sucht u. Abhängigkeit - Willenstraining |
21.-23.01.2011
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Andrea Naujoks & Robert Gottschalk |
| Praxis der Lauftherapie |
06.-08.05.2011
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Andrea Naujoks & Robert Gottschalk |
Ziele und Inhalte:
Jede Störung oder Erkrankung hat ihre Geschichte, die sich seelisch, aber auch körperlich niederschlägt, als „einverleibtes“ dysfunktionales Muster. Diese Muster lassen sich nicht alleine über den Geist verändern, sie müssen durch körperliche Übung umgebahnt werden („Mein Geist regt sich nicht, wenn meine Beine ihn nicht bewegen“. Montaigne). Das „Instrument“ dieser Übung muss dabei unabhängig von äußeren Bedingungen allzeit verfügbar sein – so wie es das „dysfunktionale Instrument“ bisher auch immer war. Laufen wird damit zum Mittel der Wahl, denn mich selbst habe ich immer bei mir. Laufen und Ausdauertrainig wirkt. Das wusste schon der griechische Arzt Herodicus (5. J. v. C.). Sporttherapeutische Maßnahmen und insbesondere die Lauftherapie bzw. Ausdauertherapie (z. B. Nordic Walking, Schwimmen) unterstützen nachweislich den Rehabilitations- und Reintegrationsverlauf Suchtkranker, psychiatrisch Erkrankter aber auch depressiv Erkrankter. Dies ist empirisch bewiesen. Therapeutisches Laufen wurde Ende der sechziger Jahre von H. Petzold in das therapeutische Feld im Rahmen der Integrativen Therapie eingeführt und später an seiner Abteilung durch die „Amsterdamer Laufstudien“ mit guten Ergebnissen beforscht.Das Laufen als übungs- und erlebniszentrierte Behandlungsmethode hat wertvolle positive somatische, psychische und soziale Einflüsse auf die Genesung suchtkranker Menschen, da sie den Abhängigen einen guten Zugang zur eigenen Leiblichkeit vermittelt und die Wiederherstellung der der gestörten dynamischen Regulationsfähigkeit des neurobiologischen Systems fördert. Über den sorgsamen Umgang mit sich können destruktive Impulse verändert, Erfolge erlebt und eine „Sorge um sich“ geschaffen werden. Somit werden u.U. mit einfachen Mitteln neue Sichtweisen auf das Leben erlernt.Will man Suchtkranke in der Lauftherapie anleiten, sind Kenntnisse über die Dynamiken von Sucht und Abhängigkeit, Grundkenntnisse des Sportcoachings und der Trainingslehre unerlässlich, um nicht durch Über- oder Unterforderungen Misserfolgserlebnisse zu wiederholen. Ein kleines Projekt rundet die Module ab.
1. Seminar
Grundlagen von Lauf- und Ausdauertherapie
In diesem Seminar wird auf der Basis der anthrophologischen Grundformel und der biopsychosozialen Perspektive der Integrativen Therapie und ihrer ökopsychosomatischen Orientierung Ziele der Lauftherapie, die Wirksamkeit und dessen Umsetzung geklärt. Lauftherapie hat den Fokus auf Ressourcen- und Potentialorietierung, Selbstwirksamkeit und den Erwerb spezifischer Erkenntnisse über sich. Dies wird anhand eigenen Erlebens eingeübt und erlebt, wobei auch das ökopsychosomatische Erleben beim Laufen oder Walken in der Landschaft „mit allen Sinnen“ gefördert wird. Forschungsergebnisse und Effekte der Lauft- und Ausdauertherapie im Zusammenhang mit Sucht- bzw. Abhängigkeitserkrankungen und Depressionen werden vorgestellt, ein oder mehrere exemplarische Traingsprogramme erarbeitet.
2. Seminar
Sucht und Abhängigkeit, WillenstrainigWillenstraining – neuronale Umbahnung dysfunktionaler Verhaltensmuster
In diesem Seminar werden exemplarisch die Störungsmuster Sucht/Abhängigkeit und Depression vorgestellt. Jede Störung oder Erkrankung hat ihre Geschichte, die sich seelisch, aber auch körperlich niederschlägt, als „einverleibtes“ dysfunktionales Muster. Diese Muster lassen sich nicht alleine über den Geist verändern, sie müssen durch körperliche Übung umgebahnt werden („Mein Geist regt sich nicht, wenn meine Beine ihn nicht bewegen“. Montaigne). Das „Instrument“ dieser Übung muss dabei unabhängig von äußeren Bedingungen allzeit verfügbar sein – so wie es das „dysfunktionale Instrument“ bisher auch immer war. Laufen wird damit zum Mittel der Wahl, denn mich selbst habe ich immer bei mir.Sucht und Abhängigkeit sind komplexe Phänomene, weshalb man in der Therapie dieser Störungen eine Vielzahl therapierelevanter Faktoren berücksichtigen muss. Die Integrative Therapie bietet hierfür ein hinlängliches Methodeninventar, welches differenziert eingesetzt werden sollte. Kenntnisse über Gesundheits- und Krankheitstheorien und deren Bedeutung für die Praxis sind unerlässlich, auch um die gestörte Sozialität der Sucht, der gestörte Kontakt zu sich und anderen Menschen zu verstehen. Therapeutische Wirkfaktoren müssen verstanden sein, um Coping und Creatingfaktoren identifizieren zu können. Hierzu gehören auch Therapieziele wie der Aufbau von Willen, der u. a. durch Ausdauertrainig ermöglicht wird. Mentales Training und Transferprogramme sind Handlungsstrategien für die Integration des Gelernten in den Alltag, um nachhaltige Effekte zu erreichen.
3.Seminar
Praxis der Lauftherapie
Ohne Grundlagenwissen der Trainingslehre kann es zu Über- oder Unterforderungserseinungen kommen, die die positiven Effekte der Lauftherapie gefährden würden. Für Suchtkranke besteht hier ein besonderes Risiko, weil sich unter ihnen viele posttraumatisch Belastete finden, bei denen nur moderates, submaximales Training indiziert ist. Ein individuell abgestimmtes Lauf- bzw. Ausdauerprogramm und ein und ein Trainingstagebuch sind überaus wichtig und in diesem Zusammenhang eines der Merkmale verantwortlicher Arbeit. Die Risiken des Ausdauersports müssen bekannt sein. Thematisiert werden die Dimensionen der Gesundheitsförderung in der Integrativen Therapie und die vier Wege der Heilung und Förderung. Somit kann Lauftherapie als Regulationsmöglichkeit von Stress im Rahmen komplexer Störungen gesehen werden.
Literatur: Schay, P. / Petzold, H.G. Lauftherapie übungszentrierter integrativer Behandlungsansatz in der medizinischen Behandlung Drogenabhängiger. Wiesbaden 2006
Kompaktcurriculum Integrative Lauftherapie und Ausdauertraining 12.94 Kb
Kompaktcurricula 1,5 jährig
Mit den Kompaktcurricula bieten EAG/FPI zur Förderung beruflicher z.B. psycho- und soziotherapeutischer Kompetenzen Kurzzeitweiterbildungen an, in denen für die Arbeit mit spezifischen Zielgruppen (z.B. Kindern, Paaren, Suchtkranken und alten Menschen) mit besonderen methodischen Ansätzen, wie Bewegungspädagogik oder kreativen Medien, zusätzliche Qualifikationen erworben werden können. Die Kompaktcurricula sind für Angehörige therapeutischer, sozialer und pädagogischer Berufe mit einschlägiger Erfahrung bestimmt. Auf vorhandene Erfahrungen und Kenntnisse aufbauend, haben sie zum Ziel, die personale, soziale und professionelle Kompetenz der TeilnehmerInnen zu fördern. Die Seminare sind so aufgebaut, dass Methodik, Selbsterfahrung, Theorie, Praxis, Skilltraining und Supervision verbunden werden. Durch die Folge von in der Regel 5 x 5 Tagen in einem Zeitraum von 1 1/2 bis 2 Jahren soll eine mittelfristige Fortbildung geboten werden. Das Kompaktcurriculum schließt mit einem Zertifikat über die Teilnahme an den Seminaren ab. |
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