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Was ist Integrative Therapie? – Leitideen und Grundkonzepte
Hilarion G. Petzold
Die Integrative Therapie ist ein moderner Ansatz ganzheitlicher und differentieller Psychotherapie bzw. „Humantherapie“, der dem „neuen Integrationsparadigma“ in der Psychotherapie zuzuordnen ist (Petzold 1992), das an der empirischen Therapieforschung und klinischen Psychologie, der Neurobiologie und der modernen Wissenschaftstheorie und klinischen Philosophie orientiert ist (Petzold 2003a, 2005r). Dem Integrationsansatz sind heute Therapeuten und Forscher wie Klaus Grawe, John Norcross, David Orlinsky u. a. zuzurechnen. Die Integrative Therapie stand an den Anfängen dieser Bewegung. Sie vertritt mit Heraklit die Idee beständigen Wandels und permanenter Entwicklung des Lebens, des Wissens, der menschlichen Gesellschaft – ein evolutionärer Ansatz, für den C. Darwin und heute K. Lorenz, E. Mayr, D. Buss stehen. In der Integrativen Therapie ist deshalb das Konzept der „Transversalität“, der permanenten Überschreitung von Wissensständen unter Durchquerung der relevanten Wissens- und Erfahrungsfelder (Petzold 1992a/2003a; 2005r; Schuch 2007; Haessig 2007) zentral. Sie sieht sich als „transversales“ Verfahren in permanenter Entwicklung. Ein besonderes Anliegen ist der Integrativen Therapie das Engagement für PatientInnen (Petzold 2006n), die aus intersubjektiver Grundhaltung und im Respekt vor der „Andersheit des Anderen“ (Levinas) am Therapiegeschehen partnerschaftlich beteiligt sind, wie es die „Integrative Grundregel“ für die Therapie verlangt, damit Risiken und Nebenwirkungen durch Therapie vermieden werden (Märtens, Petzold 2002; Petzold 2007e).
Im Folgenden sollen ihre wesentlichen Ideen und Konzepte vorgestellt werden 172.02 Kb
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