Körpertherapie
Kompaktcurriculum Integrative Körpertherapie

Das Kompaktcurriculum richtet sich an Menschen, die ihre Kenntnisse in Integrativer Körpertherapie erweitern oder ergänzen möchten oder den Aspekt der Integrativen Therapie in ihre Praxis mit einbeziehen möchten. In einem kompakten Weiterbildungsgang sollen zentrale Konzepte der Integrativen Leibtherapie und Körperarbeit vermittelt werden.

Termine:

Leiblichkeit-Konzepte d. Int.Kö.arb.+Leibth. 06.01.-09.01.2011 Prof.Hilarion Petzold
Konfliktzentrierte Leib- und Körperarbeit
02.06.-05.06.2011
Prof.Hilarion Petzold
Integrative Regressionsarbeit
27.10.-30.10.2011
Ilse Orth
Traumatischer & posttraumatischer Stress 22.03.-25.03.2012
Prof.Hilarion Petzold
Int. Körperarbeit und Psychosomatik
23.08.-26.08.2012
Ilse Orth

koerpertherapie_200Form: 5 Seminare à 4 Tage
Leitung: Ilse Orth, Hilarion Petzold und MitarbeiterInnen
Ort: Beversee
Gebühr: €  2.000,-

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Im Unterschied zu der Mehrzahl körperzentrierter  Therapieansätze wird in der Integrativen Körpertherapie nicht von einem starren Schema der Charakterstruktur ausgegangen, sondern von einer phänomenologisch-strukturellen Körperdiagnostik und einem dynamischen Modell holographischer Archivierung von positiven, konflikthaften und traumatischen Ereignissen im Leibgedächtnis. Weiterhin wird den Prozessen der Symbolisierung und des Durcharbeitens auf der körperlichen, emotionalen und kognitiven Ebene große Bedeutung zugemessen. (Weitere Information siehe Download unten)

pdf Annmeldebogen 2008 13.34 Kb


Zulassungsvoraussetzungen

Entsprechende therapeutische Vorerfahrung oder berufliche Vorbildung. Entscheidend ist das Zulassungsinterview bei einer/ einem Lehrtherapeuten.

Inhalte:

1. Seminar
Leiblichkeit - Konzepte der Integrativen Leibtherapie und Körperarbeit

In diesem Seminar werden Basiskonzepte Integrativer Leibtherapie und Körperarbeit vorgestellt: Der Mensch als Leibsubjekt, Leib und Identität, Lebenswelt und Evolution, Leib und Geschichte, Zwischenleiblichkeit. Sie führen zu einem integrativen Leibbegriff. Dieser und der Wahrnehmungs-Verarbeitungs-Handlungs-Zyklus, der den Körper als „informierten Leib“ ausweist, bilden die Grundlage für therapeutisches Handeln. Durch „bodycharts“ und die Erfahrung der eigenen Leibzeit werden Zugänge zu den „Archiven“ des Leibes und den dort im „Leibgedächtnis“ psychoneuroimmunologisch und neuronal gespeicherten Aufzeichnungen eröffnet. Biographische Erfahrungen werden erschlossen und der Bearbeitung zugänglich. Das Konzept der „Berührung durch Berührtheit“ bildet die Grundlage für den prozeßorientierten Einsatz von unspezifischen und spezifischen leibtherapeutischen Behandlungstechniken.

2. Seminar
Konfliktzentrierte Leib- und Körperarbeit

Die Aufarbeitung eigener therapeutischer Erfahrungen im Bereich basaler Emotionalität: Schmerz, Angst, Lust, Aggression durch körpertherapeutische Prozesse auf der Grundlage moderner psychophysiologischer Emotionsforschung ist Zielsetzung dieses Seminars. Dabei wird der Umgang mit emotionaler Mimik, Gestik, Atmung, mit dysfunktionalen „emotionalen Stilen“ vermittelt. Widerstand und Abwehrmechanismen auf der Körperebene, Panzerung, Hyperstreß, Dauerstreß und die Konzepte „stressphysiology“ und „wellnessphysiology“ werden praxisnah vorgestellt. Dabei wird die Handhabung von Übertragung und Gegenübertragung in der Körpertherapie erfahr bar. Methodisch befassen wir uns mit dem Konzept des „inneren Beistandes“, den Interventionstechniken der emotionalen Aktivierung, des Schmelzens, der muskulären und respiratorischen Stimulierung und des Supportes.

3. Seminar
Integrative Regressionsarbeit

Frühe Defizite, Traumata und Störungen im Tonusdialog werden in ihrer Qualität als Körpererfahrung betrachtet. Pathogenen Wirkungen von Primärszenen in den ersten Lebensjahren wird in regressiver Körperarbeit nachgegangen. Zentriert wird nicht nur auf pathogene traumatische Erlebnisse und Defizite, sondern auch auf salutogene positive und protektive Erfahrung von Freude, Lust und Geborgenheit. Ein moderner Regressionsbegriff bildet die Basis des Verständnisses von Regressionsphänomenen und „Reparentingstrategien“. Das Erkennen und Handhaben von archaischen Evokationen, Methoden der Regressionsinduktion durch Atemtechnik, Hypnoide und Re-Setting, das Konzept des Nachnährens, die Arbeit mit Übergangsobjekten und dem spiegelnden Auge stellen weitere Schwerpunkte des Seminars dar. Gemeinsamkeiten und Differenzen zu anderen Formen regressionsorientierter Körpertherapie werden herausgearbeitet.

4. Seminar
Traumatischer und Posttraumatischer Stress - PTSD ist eine über lange Zeit vernachlässigte Diagnose gewesen.

Die Folgen von traumatischem Stress sind häufig und schwerwiegend. Muster des chronischen „hyperarousal“ oder Muster des „numbing“, der Selbstanästhesierung, erscheinen oft verdeckt. Psychische, körperliche und soziale Probleme greifen ineinander. Eine „Stressphysiologie“ hat sich etabliert, die in Richtung einer „Wellness-Physiologie“ verändert wer den muß. Kathartisches Wieder durchleben, dramatischregressive Arbeit, z.T. die „Suche nach verdrängten Traumata“ sind problematisch oder kontraindiziert. Sie verfestigen die Stressphysiologie. Ergebnisse der PTSD Forschung, klinische Behandlungsansätze (debriefing, EMDR etc.) und spezifische Wege der Integrativen Therapie mit Dissoziationen, leiblichen Prägungen und der Affekt-Sprach-Entkopplung, Hyperarousal, Numbing zu arbeiten, werden vorgestellt. Praxisbeispiele der TeilnehmerInnen dienen als Arbeitsmaterial.

5. Seminar
Integrative Körperarbeit und Psychosomatik


Das Entdecken eigener psychosomatischer Reaktionen bildet den Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit wichtigen psychosomatischen Erkrankungen bzw. somatoformen Störungen, ihrer Phänomenologie und ihren strukturellen Hintergründen, wie sie in prozessualer Diagnostik deutlich werden. Grundlagen leibhaftigen Um- und Neulernens durch kognitive und emotionale Umstimmung und Umstellungen von eigenleiblichem Spüren werden als indikationsspezifische Strategien der Behandlung durch körpertherapeutische Maßnahmen erarbeitet und erprobt. Besondere Aufmerksamkeit wird Übertragungs- und Widerstandsphänomenen sowie Krisen im Behandlungsprozeß geschenkt.

pdf Integrative Koerpertherapie 2.46 Mb

Kompaktcurricula 1,5 jährig
Mit den Kompaktcurricula bieten EAG/FPI zur Förderung beruflicher z.B. psycho- und soziotherapeutischer Kompetenzen Kurzzeitweiterbildungen an, in denen für die Arbeit mit spezifischen Zielgruppen (z.B. Kindern, Paaren, Suchtkranken und alten Menschen) mit besonderen methodischen Ansätzen, wie Bewegungspädagogik oder kreativen Medien, zusätzliche Qualifikationen erworben werden können. Ein psychosozialer Grundberuf sollte vorhanden sein. Die Kompaktcurricula sind für Angehörige therapeutischer, sozialer und pädagogischer Berufe mit einschlägiger  Erfahrung bestimmt. Auf vorhandene Erfahrungen und Kenntnisse aufbauend, haben sie zum Ziel, die personale, soziale und professionelle Kompetenz der TeilnehmerInnen zu fördern. Die Seminare sind so aufgebaut, dass Methodik, Selbsterfahrung, Theorie, Praxis, Skilltraining und Supervision verbunden werden. Durch die Folge von in der Regel 5 x 5 Tagen in einem Zeitraum von 1 1/2 bis  2 Jahren soll eine mittelfristige Fortbildung geboten werden.