Deutsches Institut für Gartentherapie
und naturgestützte Therapien
Kooperationen:
Hof Sondern Excursion
Botanischer Garten Wuppertal
Heilpflanzenschule Hückeswagen Kräuterseminar
Biologische Station Oberberg Excursion Wald- und Landschaftserfahrung
Die Europäische Akademie EAG ist als Ausbildungsinstitut Mitglied in der
Internationalen Gesellschaft für Gartentherapie IGGT
Die Europäische Akademie EAG ist als Ausbildungsinstitut Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Gartentherapie
Weiterbildung zur Integrativen GartentherapeutIn
An wen richten wir uns?
GärtnerInnen, HobbygärtnerInnen, ErgotherapeutInnen, ErzieherInnen, AltenpflegerInnen, GartenbauingenieurInnen, PsychotherapeutInnen aller Verfahren, PädagogInnen, SozialpädagogInnen, PhysiotherapeutInnen, KrankenpflegerInnen, HeilpraktikerInnen und andere Interessierte auf Anfrage
Keine therapeutischen Vorkenntnisse erforderlich, Gartengrundkenntnisse sind erwünscht
Form: 9 Blockseminare á 3 Tage - Freitag 16.00 Uhr bis Sonntag 12.30 Uhr
Beginn: 06.-08.09.2013 AUSGEBUCHT!
Neue Ausbildungsgruppe: Beginn 18.-20.10.13
Termine:
18.-20.10.2013 Sonja Borner, Renate Neddemeyer
20.-22.12.2013 Hilarion Petzold
11.-13.4.2014 Konrad Neuberger/Renate Neddermeyer
18.-20.7.2014 Doris Ostermann
5.-7.9.2014 Konrad Neuberger /Renate Neddermeyer
31.10.-2.11.2014 Renate Neddermeyer
13.-15.2.2015 Dietrich Eck
24.-26.4.2015 Sonja Borner
3.-5.7.2015 Hilarion Petzold
Gebühr: € 1.890,- (210,- € pro Seminar zahlbar) plus Pensionskosten
(zuzgl. 200,- € bei Kolloquium und Zertifikat)
Leitung: Hilarion Petzold, Konrad Neuberger, Renate Neddermeyer,
Sonja Borner, Doris Ostermann u.a.
Ort: Hückeswagen
Beginn der Seminare jeweils 16 Uhr am Anreisetag; Ende 13 Uhr am Abreisetag
Abschluss 1:
EAG Bescheinigung Integrative Gartentherapie bei Besuch aller Seminare
Abschluss 2:
EAG Zertifikat Integrative Gartentherapie:
Abschlusskolloquium sowie Erstellung eines Fachberichts von 10-20 Seiten
Termine 2013
1. Sem. 6.-8.9.2013
2. Sem. 29.11.-1.12.2013
3. Sem. 21.-23.3.2014
4. Sem. 23.-25.5.2014
5. Sem. 4.-6.7.2014
6. Sem. 24.-26.10.2014
7. Sem. 13.-15.02.2015
8. Sem. 6.-8.3.2015
9. Sem. 26-28.6.2015
Zum Anmeldeformular 
Wie arbeiten Gartentherapeuten?
Gartentherapeuten sollten Menschen in einer differenzierten und menschlichen Weise in ihrem seelischen Befinden verstehen.
Natur kann uns in einer tiefen seelischen Dimensionen berühren. Darin liegt ihre Heilkraft. Bei schwerem seelischen Leid, biographischen Belastungen und Sinnkrisen suchen Menschen deshalb die Natur auf um Trost, Ruhe und Hoffnung zu finden. Gartentherapeuten bringen Menschen die Natur mit allen Sinnen (wieder) näher.
Aber um diese Erfahrungen für das Leben umzusetzen, brauchen sie dann auch feinfühlige und lebenskluge GesprächspartnerInnen über ihre Naturerfahrungen und ihr seelisches Erleben und das sollten auf einer professionellen Ebene Gartentherapeuten und Landschaftstherapeuten sein. Gartentherapeuten handeln damit bewusst n i c h t als PsychotherapeutInnen sondern bieten Lebenshilfe und einen beratenden seelischen Beistand zur Bewältigung von Lebenskrisen im Kontext von Naturerfahrungen und gärtnerischer Gestaltung, ähnlich wie in kunsttherapeutischer Arbeit mit Medien wie Ton und Farben gearbeitet wird. Die Tätigkeit von Gartentherapeuten ist damit deutlich anders ausgerichtet, als die einer arbeitstherapeutischen Anleitung und Begleitung von gärtnerischen Verrichtungen aber auch einer konfliktaufarbeitenden Psychotherapie. Gartentherapeuten vermögen so in therapeutischen Einrichtungen und Teams die Arbeit von PsychotherapeutInnen begleiten und unterstützen. Gartentherapeuten sind damit ähnlich ausgerichtet wie andere Formen der Kunst- und Kreativitätstherapie.
Wo arbeiten Gartentherapeuten?
Die therapeutische Disziplin Gartentherapie ist noch recht jung. Früher wurde in sozialen Einrichtungen die Arbeit im Garten im Rahmen von Ergotherapie angeboten - doch Gartentherapie ist mehr. Es geht hierbei um den ganzen Menschen als Leib und Seelesubjekt. Zunehmend haben Gartentherapeuten in Einrichtungen der Alten- oder Jugendhilfe, in Kindergärten, in Rehakliniken in der Suchtkrankenhilfe, im Strafvollzug ein Betätigungsfeld.
Wie bilden wir Gartentherapeuten aus?
Um mit Menschen auf einer solchen feinspürigen, Mut, Sicherheit, Trost und Wertschätzung vermittelnden Ebene zu arbeiten, müssen Gartentherapeuten und LandschaftstherapeutInnen in ihrer Selbstkenntnis und einfühlenden Kompetenz geschult werden, denn wer andere Menschen verstehen will, muss sich auch um Selbstverstehen in eigenem Denken, Fühlen und Wollen bemühen und dafür sind Prozesse der Selbsterfahrung unerläßlich. Diese umfasst auch das Nachsinnen über die eigene Lebensgeschichte, das eigene Menschenbild, über Werte und Lebenssinn. Dafür eignet die geruhsame gärtnerische Arbeit und die Beschaulichkeit von Landschaften in besonderer Weise. Biographiearbeit als erzählendes gemeinsames Teilen von Lebensgeschichte - etwa im Gang durch Wälder und Felder oder bei gemeinsamem Tun in Garten oder Gewächshaus sind dabei echte menschliche Formen heilsamen Miteinanders.
Mit Menschen in dieser Weise zu arbeiten wird in unserer gartentherapeutischen und landschaftstherapeutischen Ausbildung vermittelt, die Theorie, Praxis und Selbsterfahrung verbindet.
Die Bewegung in der Landschaft als Naturerleben, die Beschäftigung im Garten, der Umgang mit Erde, Pflanzen, sie auswählen, einsetzen und pflegen, öffnet einen direkten Zugang zur Natur mit „allen Sinnen“ (Merleau-Ponty), durch Tasterlebnisse, visuelles Erleben, Erfahrungen über Duft, Geschmack, die Hautsinne die kinästhetischen und vestibulären Sinne. Sonnenschein und Regen, Hitze und Kälte werden durch die „Green Exercises“ wieder „leibhaftig“ erlebt. Die Naturaktivitäten und Gartenarbeit lässt den Körper/Leib vertieft spürbar werden, erschießen sich Landschaft, Bäume, Blüten als heilsame „ästhetische Erfahrung“. Über das gärtnerische Gestalten kann man der eigenen Persönlichkeit und Kreativität neu Ausdruck verleihen und eine „ökologische Lebenskunst“ (Schmid) entwickeln.
Zielgerichtete integrative (psycho-)therapeutische Maßnahmen ergänzen das Gärtnern, – wobei das wesentliche Merkmal darin besteht, dass die eigentlichen therapeutischen Maßnahmen eingebettet in die gärtnerische und naturerkundende Aktivität erfolgen. Die Therapie erfolgt also „wie beiläufig“, jedoch während in erster Linie durch das Gärtnern etwas getan wird, was für sich selbst genommen sinnvoll ist und Spaß macht.
Inhalte: Die Reihenfolge kann varieren, beachten Sie hierzu die Termine
1. Seminar
Einführung in die Gartentherapie - Garten- und Landschaftserfahrung als Möglichkeit der Selbsterfahrung
Inhalte: Kennenlernen, Einführung in die Ausbildungsstruktur, Hinführung zum Thema.
2. Seminar
Modelle und Konzepte der Gesundheitspsychologie
Inhalte: Konzepte und Modelle der Gesundheitspsychologie und ihre Bedeutung für Gartentherapie. Was ist Gesundheit? Gesunde Lebensführung, Gesundheitsmodelle, persönliches Gesundheitspanorama - Methoden und Techniken im Integrativen Verfahren für Gartentherapeuten
3. Seminar
Grundlagenseminar Integratives Verfahren
Inhalte: Kennenlernen des erweiterte bio-psycho-soziales Modells des Menschen, Basis-Konzepte klinischer Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsprozessen, Lebenskunst als Grundlagenwissen für Gartentherapeuten
4. Seminar
Der Garten als kreatives Medium - Methoden der Gartentherapie
Inhalte: Der Garten als "Wohnraum" und kreatives Medium. Aufbau der therapeutischen Gartenarbeit mit Patienten, praktischer Rahmen, didaktisches Vorgehen. Persönliche Vorlieben der Teilnehmerinnen werden einbezogen.
5. Seminar
Die methode Bewegungstherapie als körper- und leiborientiertes Verfahren -Leib- Körper – Bewegung - körperliche Prozesse in der Gartentherapie
Inhalte: Leib- und Bewegungstherapeutische Grundlagen, Spannung und Entspannung in der Verhaltenregulation (IDR), Willensozialisation und Willensarbeit in der Gartentherapie
6. Seminar
Verhaltenauffälligkeiten und Psychopathologien
Inhalte: Störungen bei Erwachsenen, Kindern und Älteren erkennen lernen. Erlebniseinschränkungen und Defizite werden im Hinblick auf Methoden und Indikationen behandelt. Praxisrelevante Kenntnisse für die Arbeit mit Klienten.
7. Seminar
"Das habe ich selber gemacht!" Kräuter und Heilpflanzen in der Gartentherapie
Inhalte: Verschiedene Heilpflanzen aus der Natur und Garten werden in Bezug auf Anbau, Standort, Pflege, Wirksamkeit, traditioneller Verwendung und alter Überlieferung in Form von Tees, Brotaufstrichen, Salaten und Suppen vorgestellt. Kräuter säen, pflanzen, ernten, verarbeiten als therapeutischer Prozess zur Stärkung des Selbstbewußtseins
8. Seminar
Therapieende, Abschied – Trost – Trauer – Neuorientierung
Inhalte: Trauer und Trostarbeit, Landschaftserfahrung und Gartentätigkeit als Trost und Neuorientierung
9. Seminar
Praxistransfer, Supervison
Inhalte: Anhand eigener Praxisbeispiele werden in der Gruppe Behandlungsverläufe vorgestellt und besprochen. Möglichkeiten zur Refelexion der eigenen Arbeit in Gruppen- und Einzelsettings werden gegeben.
Literatur:
Neuberger, K. (1992): Die Arbeit im Garten als Metapher und Ausschnitt der Wirklichkeit, Anregungen für die Gartenarbeit mit Patienten, Praxis Ergotherapie, 2, 88-93.
Neuberger, K. (2008): Some Therapeutic Aspects of Gardening in Psychiatry, in: Proceedings of the Eighth International People-Plant Symposium on Exploring Therapeutic Powers of Flowers, Greenery and Nature, Hrsg.: E. Matsuo, P.D.Relf, M.Burchett, Acta Horticulturae 790, June S. 83-90.
Petzold, H.G. (2006p): Ökosophie, Ökophilie, Ökopsychosomatik Materialien zu ökologischem Stress- und Heilungspotential. Bei www.
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