Kompaktcurriculum Integrative Garten- und Landschaftstherapie (IGT), Green Exercises
Zielgruppe: GärtnerInnen, ErgotherapeutInnen, ErzieherInnen,
AltenpflegerInnen, GartenbauingenieurInnen PsychotherapeutInnen aller
Verfahren, PädagogInnen, SozialpädagogInnen, PhysiotherapeutInnen,
KrankenpflegerInnen und Interessierte auf Anfrage
5 Module (10 Wochenendseminare, Freitag 16.00 Uhr bis Sonntag 13.00 Uhr)
Beginn: 22.-24. Oktober 2010
Gebühr: 2.100 €
Ort: Hückeswagen
Leitung: Hilarion Petzold, Konrad Neuberger
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Weiterbildungsziel: Ziel des Kompaktcurriculum Integrative Gartentherapie und Landschaftstherapie mit ihren "Green Exercises" an Menschen zu vermitteln, eine aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit, ihrer Ausbildung und ihren persönlichen Fähigkeiten eine fundierte fachliche Basis für gartentherapeutische und landschaftstherapeutische Kompetenzen erwerben wollen.
Die Integrative Garten- und Landschaftstherapie bietet als ganzheitlicher und kostengünstiger Therapieansatz bei den verschiedensten KlientInnengruppen (Kinder und Jugendliche, psychosomatisch und psychiatrisch Erkrankte, geriatrisch veränderte Menschen, Rehabilitation mit Suchtkranken u.s.w.) in Therapieeinrichtungen als auch ambulant eine wirksame Ergänzung oder auch Alternative zu den herkömmlichen therapeutischen Strategien. In den angelsächsischen Ländern haben die ärztlichen „Green Prescriptions“ (Verschreibungen von Aktivitäten in der Landschaft) gute Verbreitung gefunden, besonders, weil empirische Forschung die positive psychophysische Wirkung belegen konnte.Im Integrativen Ansatz wurde eine spezifische „integrative gartentherapeutische Praxis“ (Neuberger), „ökopsychosomatische“ Arbeit (Orth, Petzold) in der Verbindung mit der Integrativen psychosomatischen Leibtherapie (Heinl, Leitner) durch zahlreiche erlebnisaktivierende „Green Exercises“ entwickelt.
Die Bewegung in der Landschaft als Naturerleben, die Beschäftigung im Garten, der Umgang mit Erde, Pflanzen, sie auswählen, einsetzen und pflegen, öffnet einen direkten Zugang zur Natur mit „allen Sinnen“ (Merleau-Ponty), durch Tasterlebnisse, visuelles Erleben, Erfahrungen über Duft, Geschmack, die Hautsinne die kinästhetischen und vestibulären Sinne. Sonnenschein und Regen, Hitze und Kälte werden durch die „Green Exercises“ wieder „leibhaftig“ erlebt. Die Naturaktivitäten und Gartenarbeit lässt den Körper/Leib vertieft spürbar werden, erschießen sich Landschaft, Bäume, Blüten als heilsame „ästhetische Erfahrung“. Über das gärtnerische Gestalten kann man der eigenen Persönlichkeit und Kreativität neu Ausdruck verleihen und eine „ökologische Lebenskunst“ (Schmid) entwickeln.
Zielgerichtete integrative (psycho-)therapeutische Maßnahmen ergänzen das Gärtnern, – wobei das wesentliche Merkmal darin besteht, dass die eigentlichen therapeutischen Maßnahmen eingebettet in die gärtnerische und naturerkundende Aktivität und erfolgen. Die Therapie erfolgt also „wie beiläufig“, jedoch während in erster Linie durch das Gärtnern etwas getan wird, was für sich selbst genommen sinnvoll ist und Spaß macht. Unsere Kooperation mit der Biologischen Station des Oberbergischen Kreises ermöglicht Landschaftserfahrungen in diesem großartigen Naturgebiet.
Inhalte:
Modul 1
Methoden – Seminar: Landschaftserfahrung und Selbsterfahrung
Inhalte: Das „totale Sinnesorgan des Leibes“, Erleben mit allen Sinnen, Verkörperung und Einbettung, Sensory Awareness, Green Exercises I
Theorie-Praxis Seminar: Grundlagen der Integrativen Theorie
Inhalte: Das erweiterte bio-psycho-soziales Modell, Konzepte klinischer Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsprozessen, Lebenskunst
Modul 2
Methoden- Seminar: Gartenerfahrungen – der Garten als mikroökologischer Lebensraum, grundlegende Gartenpraxis als persönliche Gestaltung
Inhalte: Der Garten als Ökotop und kreatives Medium. Aufbau der Gartenarbeit mit Patienten, praktischer Rahmen, didaktisches Vorgehen, Sensory Awareness, Green Exercises II
Theorie-Praxis Seminar: Verhaltenauffälligkeiten und Psychopathologien
Inhalte: Störungen bei Erwachsenen, Kindern und Älteren, Erlebniseinschränkungen und Defizite werden im Hinblick auf Methoden und Indikationen behandelt.
Modul 3
Methoden- Seminar: Leib- Körper – Bewegung. Sensorische und motorische Prozesse im ökologischen Kontext
Inhalte: Leib- und Bewegungstherapeutische Grundlagen, Spannung und Entspannung in der Verhaltenregulation (IDR), Willensozialisation und Willensarbeit in der Garten- und Landschaftstherapie, Green Excercises III
Theorie-Praxis Seminar: Ökopsychosomatik und Wege der Heilung und Förderung
Inhalte: Psychosomatiktheorie, Einflüsse der Natur und die Arbeit mit gärtnerischen Mitteln als Wege der ökopsychosomatischen Heilung und Förderung.
Modul 4
Methoden- Seminar: Ökosophische Erfahrungen, meditative Praxis, Grünkraft
Inhalte: Natur- und Landschaftsmeditation im „praktischen Tun als Übung“, der Garten als meditativer Ort der „Besinnung, Betrachtung, Versunkenheit“, Erfahrungen der „Grünkraft“, d.h. der Vitatlität und Frische.
Theorie-Praxis Seminar: Modelle und Konzepte der Gesundheitspsychologie
Konzepte und Modelle der Gesundheitspsychologie und ihre Bedeutung für Garten- und Landschaftherapie
Modul 5
Methoden- Seminar: Praxistransfer, Supervison
Inhalte: Anhand eigener Praxisbeispiele werden in der Gruppe Behandlungsverläufe bearbeitet, verbunden mit Green Exercises IV
Theorie-Praxis Seminar: Therapieende, Abschied – Trost – Trauer – Neuorientierung
Inhalte: Trauer und Trostarbeit, Landschaftserfahrung und Gartentätigkeit als Trost und Neuorientierung
Bestellen Sie den Flyer 3.85 Mb
Literatur:
Neuberger, K. (1992): Die Arbeit im Garten als Metapher und Ausschnitt der Wirklichkeit, Anregungen für die Gartenarbeit mit Patienten, Praxis Ergotherapie, 2, 88-93.
Neuberger, K. (2008): Some Therapeutic Aspects of Gardening in Psychiatry, in: Proceedings of the Eighth International People-Plant Symposium on Exploring Therapeutic Powers of Flowers, Greenery and Nature, Hrsg.: E. Matsuo, P.D.Relf, M.Burchett, Acta Horticulturae 790, June S. 83-90.
Petzold, H.G. (2006p): Ökosophie, Ökophilie, Ökopsychosomatik Materialien zu ökologischem Stress- und Heilungspotential. Bei www. FPI-Publikationen.de/materialien.htm - POLYLOGE: Materialien aus der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit - 16/2006. und Integrative Therapie 1 (2006) 62-99.
Petzold, H. G., Orth, I., Orth-Petzold, S. (2009): „Integrative Leib- und Bewegungstherapie“ - Grundkonzepte, „erweitertes biopsychosoziales Modell“, Praxismodalitäten: Lauf- und Landschaftstherapie, Green Exercises, Polyloge 2009
Schmid, W. (2008):Ökologische Lebenskunst - Was jeder Einzelne für das Leben auf dem Planeten tun kann. Frankfurt: Suhrkamp.
Kompaktcurricula 1,5 jährig
Mit den Kompaktcurricula bieten EAG/FPI zur Förderung beruflicher z.B. psycho- und soziotherapeutischer Kompetenzen Kurzzeitweiterbildungen an, in denen für die Arbeit mit spezifischen Zielgruppen (z.B. Kindern, Paaren, Suchtkranken und alten Menschen) mit besonderen methodischen Ansätzen, wie Bewegungspädagogik oder kreativen Medien, zusätzliche Qualifikationen erworben werden können. Die Kompaktcurricula sind für Angehörige therapeutischer, sozialer und pädagogischer Berufe mit einschlägiger Erfahrung bestimmt. Auf vorhandene Erfahrungen und Kenntnisse aufbauend, haben sie zum Ziel, die personale, soziale und professionelle Kompetenz der TeilnehmerInnen zu fördern. Die Seminare sind so aufgebaut, dass Methodik, Selbsterfahrung, Theorie, Praxis, Skilltraining und Supervision verbunden werden. Durch die Folge von in der Regel 5 x 5 Tagen in einem Zeitraum von 1 1/2 bis 2 Jahren soll eine mittelfristige Fortbildung geboten werden. |
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