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Die EAG


Ethikkommission Drucken
Die Tätigkeit von Psychotherapeuten/ Psychotherapeutinnen sowie Supervisoren/ Supervisorinnen ist eine hochverantwortliche.


Sie kann nicht nur aus einer subjektiven Einschätzung heraus definiert werden, sondern muss  auch strukturell eingebunden sein. 

Zu dieser strukturellen Einbettung gehören neben der fundierten fachlichen Ausrichtung eine kompetente Ebene der ethischen Orientierung und Reflektion. Diese Aufgabe nimmt die Ethikkommission wahr, die seit 1992 am Fritz- Perls- Institut/EAG Standart ist.

Die Kommission orientiert sich an den Werthaltungen der Integrativen Therapie und ist den Standesregeln der "CHARTA der Schweizerischen Konferenz" (www.psychotherapiecharta.ch) der Ausbildungsinstitutionen für Psychotherapie und Psychotherapeutischen Fachverbände verpflichtet.

Um die Selbstreflexion und den Austausch zu ethisch relevanten Themen zu fördern und Fehlverhalten möglichst gering zu halten, braucht es Offenheit diesen Themen gegenüber. Die Ethikkommission ist Teil und Ausdruck dieses Bemühens. Sie will den Dialog fördern und den Betroffenen helfen, sich nicht zu isolieren, sondern eine Form zu finden, für ihre Nöte Verständnis und Unterstützung zu erfahren. Dies gilt für LehrtherapeutInnen, AusbilderInnen, AusbildungskandidatInnen und für das Fritz-Perls-Institut /EAG  als Ganzes gleichermaßen.

- Jeder muss bereit sein, sich ethischen und moralischen Fragen zu stellen. Auch die beste Ausbildung kann Fehlverhalten nicht ausschließen.

- Jeder kann in ethische Konflikte geraten oder mit der Handhabung einer Problematik überfordert sein.

- Es  kann zu Fehleinschätzungen, Regelverletzungen und moralischem Versagen kommen.

Die AusbildungskanditatInnen sollen sich darauf verlassen können, in einem Vertrauensvollen Verhältnis gefördert zu werden aber nicht ausgeliefert zu werden. Die Grundlage des Handelns der Ethikkommission ist in der folgenden Präambel zusammengefasst:

Präambel für die Ethikkommission am Fritz-Perls-Institut (FPI)

Die Mitglieder der Ethikkommision am FPI fühlen sich den Prinzipien der Gerechtigkeit und der Solidarität verpflichtet, um erfüllte Beziehungen zwischen Menschen in ihrer gemeinsamen Lebenswelt zu fördern. Wegen der hohen Verletzlichkeit des Menschen ist es notwendig, die Integrität des Einzelnen durch gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme zu wahren und seine mit den anderen geteilte Lebenswelt zu schützen und zu erhalten. Psychotherapie, Soziotherapie und Supervision sind besonders sensible Bereiche, weil sie tief in die Identität, die Biographie und in das Selbstverständnis von Menschen und deren soziale Zusammenhänge hineinwirken. Das fordert ethische Verantwortung. Wir sehen insbesonders zwei Aufgaben, die in einem zu lösen sind:
Während wir gleichmäßige Achtung und gleiche Rechte für jeden Einzelnen fordern, sind wir zugleich auch Anwalt der Empathie und Fürsorge im Sinne des Wohlergehens des Anderen. Die Ethikkommission achtet darauf, dass nur die Werte Geltung beanspruchen, die die Zustimmung aller Betroffenen finden könnten. Bei dieser kooperativen Wahrheitssuche können die Methoden und Techniken der Integrativen Therapie hilfreiche Instrumente sein, um zu einer (diskursiven) ethischen Willensbildung zu kommen. Im Gegensatz zur Anwendung festgeschriebener ethischer Prinzipien zielt der prozessuale Dialog darauf hin, das soziale Band nicht zu zerreißen, das Jeden mit Allen verknüpft.

Wir sind uns bewusst, dass für die von uns bevorzugte Vorgehensweise auch Bedingungen notwendig sind, die eine diskursive ethische Willensbildung überhaupt erwartbar machen. Oft fehlen die Sozialisations-prozesse, in denen die erforderlichen Dispositionen und Fähigkeiten zur Teilnahme an moralischen Argumentationen erworben werden. Häufig sind gesellschaftliche und organisatorischen Strukturen so beschaffen, dass ethische Fragen nicht aufgenommen werden. Daher erscheint es als weitere Aufgabe der Ethikkommission, insbesondere auch das Feld selbst, in dem sie arbeitet, zu erforschen, in dem ethische Willensbildung stattfinden soll, damit die Betroffenen in eigener Verantwortung Antwort auf ethisch relevante Fragen finden können.


Unsere Arbeitsweise
(Auszug aus der Geschäftsordnung der Ethikkommission)


Die Ethikkommission berät und vermittelt in ethisch relevanten Fragen.
Sie setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen – drei weibliche, zwei männliche -, die sich regelmäßig zweimal im Jahr treffen.

Wir gehen davon aus, dass moralische Konflikte Teil einer jeden mensch-lichen Gemeinschaft sind. Da ethische Leitlinien wie alle Regeln der Auslegung und Anwendung bedürfen, sehen wir es als unsere zentrale Aufgabe an, Diskurse über die Deutung und Verwirklichung ethischer Standards zu fördern und im konkreten Fall entsprechende Aushandlungs-prozesse zu unterstützen.

Dabei erwarten wir von den Konfliktbeteiligten, dass diese sich gegenseitig als "gleichwertige Partner" in der ethischen Bewertung von Situationen und Handlungen annehmen. Als Basis moralischer Integrität sehen wir die Bereitschaft der Öffnung zum Dialog. Die Chance, einen gemeinsam getragenen Ausgleich zu erzielen, sehen wir gegenüber anderen Rege-lungen als vorrangig an. Anders als ein Schieds- oder Ehrengericht, geben wir keine bestimmten Lösungen vor. Erwartungen, Schuld oder Regelverstöße gleichsam gerichtlich festzustellen, können wir nicht erfüllen.

Die an uns mündlich oder schriftlich gerichtete Anliegen behandeln wir "absolut vertraulich". Zur Klärung der Sachlage werden in der Regel von den Beteiligten zunächst Stellungnahmen eingeholt. In der Begleitung weiterer Klärungs- und Aushandlungsprozesse bietet die Kommission den erforderlichen geschützten Rahmen.


Mitglieder
Arno Baumann, Witten
Gabriele Blettner, Wiesbaden
Heide Anne Köllermann, Freiburg
Andreas Schütte, Frankfurt

Kontakt
Gabriele Anna Blettner      (Vorsitz)
praxis: Imaginastr. 3    65203 Wiesbaden
Tel. 0611/ 609619 Fax: 0611/309460   
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Stand Juli 2006

 

 
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  Freitag, 12. März 2010
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